Zubaurekord bei Solaranlagen im Juli dieses Jahres

Daniel Reissmann 2. September 2014 0


Wie das Branchenmagazin „Erneuerbare Energien“ berichtet, gab es im Juli 2014 einen Zubaurekord von Photovoltaikanlagen in Deutschland. So ging eine Gesamtleistung von etwa 345 Megawatt neu ans Netz. In keinem anderen Monat dieses Jahres gab es einen derart hohen Zubau an Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Solarenergie. Vermutlich ist der hohe Zubau den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verdanken. Viele Investoren haben entsprechend kurz vor der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. August 2014 die letzte Chance genutzt um Eigenverbrauchsanlagen zu bauen, welche nicht der sogenannten „Sonnensteuer“ unterliegen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass der Ausbautrend für die kommenden Monate nicht anhalten wird.

© Smileus - Fotolia.com

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Vor allem große Eigenverbrauchanlagen wurden zugebaut

Die hohe Anzahl an zugebauten Eigenverbrauchsanlagen die über der zehn Kilowatt-Grenze liegen, bestätigt die Vermutung, dass die Investoren insbesondere die künftigen 30 Prozent EEG-Umlage auf Solarstrom bei Eigenverbrauch mit Anlagen von über zehn Kilowatt umgehen wollen. Statistisch liegt die durchschnittliche Anlagengröße des Juli-Zubaus bei 32,45 Kilowatt und damit erheblich über den Werten der Vormonate. Von den 10.720 hinzugebauten Photovoltaikanlagen haben in etwa 4.000 Anlage eine Leistung über der Bagatellgrenze von zehn Kilowatt. Ob der angestrebte Zubaukorridor der Bundesregierung erreicht wird, ist trotz des hohen Ausbaus im Juli stark anzuzweifeln. So werden für das Ende des Jahres 2014 offiziell 2,5 Gigawatt an neuer Leistung im Photovoltaikbereich angestrebt. Momentan liegt der Zubau bei 1,36 Gigawatt. Sollte der Trend der vergangenen Monate anhalten, so ist am Jahresende mit 2,33 Gigawatt an neuer Leistung zu rechnen. Sogar dieser Wert würde unter dem Ausbauziel liegen. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Trend anhält, da neben der Belastung des Eigenverbrauchs auch die verpflichtende Direktvermarktung von Solarstrom aus Anlagen mit über 500 Kilowatt Leistung einige Investoren abschrecken. Damit die Direktvermarktung so greift, wie man sich dies politisch wünscht, sind neue Geschäftsmodelle im Sektor notwendig. Deren Entwicklung wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.


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