Zeitenwende bei den großen Energieversorgern

Daniel Reissmann 26. August 2014 0


Der Atomausstieg und die immer unrentabler werdenden Gas- und Kohlekraftwerke zwingen die großen Energieversorger, wie RWE oder Vattenfall, dazu, ihren Fokus auf andere Einnahmemöglichkeiten zu lenken. Jüngst scheinen sich die Konzerne vor allem der Offshore-Windkraft verschrieben zu haben. Großprojekte, die insbesondere vor der deutschen Nordseeküste entstehen, bestätigen diese Vermutung. Der Essener Energieriese RWE hat beispielsweise eine eigene Unternehmenssparte namens RWE Innogy gegründet, die sich ausschließlich dem Bereich der erneuerbaren Energien widmet. Begonnen hat RWE Innogy einst vor der Küste Nordwales mit dem Wind Park North Hoyle. Die Attraktiven Vergütungen durch das deutsche EEG führen allerdings dazu, dass RWE wieder verstärkt entlang der deutschen Küste projektiert.

© F.Schmidt - Fotolia.com

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„Nordsee Ost“ als erster kommerzieller Windpark RWEs in deutschen Gewässern

Aktuell werkeln die Ingenieure von RWE am Windpark „Nordsee Ost“ welcher der erste RWE Windpark ist, der kommerziell betrieben werden soll und zugleich in einem deutschen Gewässer liegt. Ab der Mitte des kommenden Jahres soll „Nordsee Ost“ mit rund 300 Megawatt Leistung erneuerbaren Strom für etwa 300.000 Haushalte zur Verfügung stellen. Die Bauarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, so sind nördlich von Helgoland bereits 48 Anlagen installiert. Bei weiteren 17 fehlen nur noch die Rotorblätter. Zusammen mit den anderen Windparks die RWE vor Großbritannien und Belgien installiert hat, sollen rund 1.000 Megawatt zur Versorgung von etwa einer Million Haushalte mit grünen Strom zur Verfügung stehen. “Nach der Inbetriebnahme von „Nordsee Ost“ und „Gwynt y Môr“ gehören wir zu den Top drei im europäischen Vergleich” sagt RWE-Manager Friedrich Koch, der beim Essener Konzern für die Sparte Innogy verantwortlich ist. Die Offshore-Windkraft ist für die großen Energiekonzerne eine vielversprechende Einnahmequelle. Insbesondere daher, dass auf dem Meer die Windausbeute wesentlich höher ist als zu Land und so auch größere Anlagen gebaut werden können. Nichtdestotrotz besteht bei jedem Windparkprojekt ein Risiko. Aber RWE-Manager Koch bleibt gelassen und verweist auf die Lerneffekte, die sich mit der Zeit ergeben: „Wir lernen Tag für Tag dazu und setzen dieses neue Wissen bei den nächsten Projekten um. Mehr Erfahrung bedeutet weniger Risiko.“


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