Wie nachhaltig ist die Energiewende wirklich?

Daniel Reissmann 26. März 2014 0


Saubere Energie ist wichtig um die ökologische, aber auch ökonomische und soziale Nachhaltigkeit unserer Gesellschaft zu gewährleisten. Kaum ein Experte widerspricht dieser Erkenntnis heutzutage noch, denn wie man seine Argumentation auch anpasst, um den Fakt der Ressourcenverknappung und Umweltverschmutzung kommt man bei der Befürwortung einer konventionellen Energieversorgung nicht herum. Prekärer wird die Argumentation, wenn man sich die Bestandteile einer funktionierenden regenerativen Energieversorgung betrachtet. So ist es zwingend notwendig eine Kombination aus dezentralen Regenerativkraftwerken, Speichern, Netzen, Kapazitätsmechanismen und sinnvollen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies ist allerdings nicht so einfach.

© jonasginter - Fotolia.com

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Widerspruch zur Nachhaltigkeit

Bei genauerer Betrachtung dieser Sachverhalte stellt man fest, dass die Energiewende teils mit ihren eigenen Ansprüchen kollidiert. So wird eine saubere Energieversorgung schnell ökologisch fragwürdig, wenn durch Speicher, Anlagen und Netze die Ökosysteme Deutschlands derart in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sie ihre Dienstleistungen nicht mehr erbringen können. Sozial problematisch wird die Regenerativwirtschaft bei unvorhersehbaren Schwankungen im Stromangebot durch fluktuierende Energiequellen, oder die starke Veränderung von ländlichen Raumen durch neue Anlagen. Beide Thematiken können zu sozialen Unruhen führen, die letztlich die soziale Dimension der Energiewende in Frage stellen. Bezüglich der ökonomischen Dimension sind die Baustellen weitgehend bekannt, der Strompreis sowie die Versorgungssicherheit, die allerdings auch wieder soziale Komponenten haben, bereiten die größten Probleme. Wie soll man dies nun beurteilen. Während es kaum möglich ist eine hundert prozentig nachhaltige Energiewende umzusetzen, so sollte man doch abwägen. Ist es auf die lange Frist nicht sinnvoller die Effizienz zu steigern um unnötige Flächeninanspruchnahme und die damit einhergehende Beeinflussung der Ökosysteme und Räume zu verhindern, als weiterhin wissentlich Schadstoffe in die Luft zu pusten? Oder ist es nicht sinnvoller Back-up Kapazitäten zur Sicherung der Versorgungssicherheit zu entwickeln als weiterhin auf konventionelle Kraftwerke zu vertrauen? Alles ist eine Frage der Abwägung, doch genau deswegen ist die Energiewende auch ein schwieriges und herausforderndes Gesellschaftsprojekt.


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