Weltwasserwoche weist auf Probleme der Nutzung der Wasserkraft hin

Sandra 7. September 2012 0


Stockholm ist Ende August Schauplatz der Weltwasserwoche. Was sie mit erneuerbarer Energie zu tun hat, das zeigt ein Blick auf den Inhalt der Diskussionen vor Ort. Der WWF hat beispielsweise die Folgen aufs Korn genommen, die sich durch die verstärkte Nutzung der Wasserkraft in Südostasien, genauer gesagt im Mekong-Becken, ergeben würden. Der WWF verteufelt die Nutzung der Wasserkraft dabei nicht grundsätzlich. Das betonte der WWF-Experte Stefan Ziegler gleich zu Beginn seiner Ausführungen.

Aber man sollte immer auch die möglichen Folgen im Blick haben. Und die könnten vor allem bei den elf geplanten Wasserkraftwerken am Mekong gravierend sein. Ziegler verweist hier vor allem auf den absehbaren Rückgang der Fischbestände, der durchaus um die vierzig Prozent der aktuellen Werte betragen könnte. Der Fisch aus dem Mekong zählt in der Region zu den Grundnahrungsmitteln. Er könnte sich auf Grund der Verknappung extrem verteuern und für viele Menschen unerschwinglich werden. Bis zu sechzig Millionen Menschen wären von dieser Folge betroffen.

Die möglichen wirtschaftlichen Schäden aus dem Rückgang der Fangquote durch die elf Wasserkraftwerke am Mekong beziffert der WWF auf knapp eine halbe Milliarde Dollar. Und dabei sind noch nicht einmal die Ausgaben erfasst, die bei den Regierungen zur weiteren Sicherung der Versorgung der Bevölkerung gestemmt werden müssten. Damit die Menschen in der Region weiterhin den Tagesbedarf an Proteinen decken zu können, wäre eine deutliche Steigerung der Fleischproduktion notwendig. Und diese erfordert Anbau- und Weideflächen. Dort sieht der WWF vor allem Gefahren in Thailand und in Vietnam, die nicht nur Naturschutzgebiete bedrohen, sondern auch viele Menschen zu einer Umsiedelung zwingen könnten.