Was wird die neue Bundesregierung aus der Energiewende machen?

admin 12. November 2013 0


© apops - Fotolia.com

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Die Zahl der Ökostromanbieter und Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung an der Energiewende sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Beides ist dringend nötig, wenn die Energiewende wirklich erfolgreich über den Tisch gehen soll. Momentan hängt alles ein wenig in der Schwebe, denn es bildet sich gerade eine neue Bundesregierung und in den Koalitionsverhandlungen werden auch Themen wie die Energiewende und ihre Durchführung wieder kritisch diskutiert. Momentan bleibt es spannend, zu welchen Einigungen und Beschlüssen CDU/CSU und die SPD kommen werden, bevor sie sich darauf einigen können, zusammen eine Regierung zu bilden.

Diese leicht komplizierte Zeit nutzen viele Stromkonzerne dafür, noch einmal eine große Panikmache loszutreten, dass es durch die reine Versorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland im Winter zu Blackouts kommen könnte. So warnte zum Beispiel RWE Chef Peter Terium vor kurzem wieder davor, die Versorgungssicherheit auf die leichte Schulter zu nehmen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Grund für diese Beschwörungen die zunehmende Konkurrenz durch erneuerbare Energien ist. Die Konzerne hoffen darauf, dass sie die zukünftige Regierung zu milliardenschweren Unterstützungen für Kohlekraftwerke und andere konventionelle Energiequellen überreden können.

Umweltorganisationen wie Greenpeace erwarten, dass die Bundesregierung dem Druck der Stromkonzerne nicht nachgibt. Anstelle von Subventionen für Kohlekraftwerke müsse die Regierung lieber über ein flexibles Stromsystem auf Basis von Grünstrom nachdenken. Die Versorgungssicherheit wäre zum Beispiel dann sehr viel eher gewährleistet, wenn man die Vielzahl elektrischer Nachtspeicheröfen in den deutschen Haushalten durch moderne Heizsysteme ersetzen würde. Dies hat eine von Greenpeace herausgegebene Studie kürzlich erwiesen. Demnach könnten die massiven Schwankungen bei der Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom auch durch den Ausbau flexibler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ausgeglichen werden.

Wenn man den großen Stromkonzernen wie RWE glaubt, dann sind es jedoch einzig und allein die erneuerbaren Energien, die Probleme bei der Versorgungssicherheit darstellen. Ausgerechnet in den Reihen der SPD haben sie hier eine nicht unbedeutende Unterstützung gefunden, nämlich die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. Sie stellte sich noch in den vergangenen Tagen schützend vor die Kohleindustrie und könnte somit am Koalitionstisch in Bezug auf dieses Thema für Schwierigkeiten sorgen und den Fortlauf der Energiewende gefährden. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die SPD nicht geschlossen ihrer Meinung und ihren Forderungen anschließen wird. In dem fünfseitigen Positionspapier der Sozialdemokraten war jedenfalls von Sonderregelungen für Kohlekraftwerke nichts mehr zu lesen und es ist zudem zu erwarten, dass sich die Partei kompromissbereit in den Verhandlungen zeigen wird.

Trotz Miesmache der Konzerne entscheiden sich immer mehr deutsche Bürger dazu, in Zukunft lieber Ökostrom zu beziehen als Energie aus konventionellen Quellen. Auch eine Bürgerbeteiligung an der Entwicklung der Energiewende ist schon lange keine Seltenheit mehr. Ein gutes Beispiel dafür ist das deutschlandweit verfügbare Bürgerdarlehen von Enspire Energie, einer Marke der Stadtwerke Konstanz. Hier können sich Bürger an den ökologisch orientierten Stadtwerken beteiligen und sich so nicht nur für die Energiewende einsetzen, sondern auch von einer festen Rendite profitieren. Diese beläuft sich auf 2,5 Prozent pro Jahr. Eine gute Möglichkeit, um sein Geld anzulegen und gleichzeitig etwas für die Energiewende und ihre weitere Entwicklung zu tun, egal wie sich die Bundesregierung in Zukunft verhalten wird.


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