Warum Naturschützer gegen einige Windparks Sturm laufen

Sandra 30. Juli 2012 0


Windparks als eine Möglichkeit, erneuerbare Energien zu nutzen, gelten im Allgemeinen als wenig belastend für die Umwelt. Wer allerdings in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Windpark wohnt, der könnte sich in den ersten Tagen durch die geringe, aber durchaus vorhandene Geräuschemission der Rotorblätter ein wenig gestört fühlen. Doch sie ist so minimal, dass man sich sehr schnell daran gewöhnen dürfte, und einem etwas fehlt, wenn die Windräder wegen gefüllter und noch nicht ausgetauschter Akkus still stehen.

Eine wesentlich größere Gefahr stellen die Windräder für die Vögel dar. Im Normalfall weicht ein gesunder Vogel einem Hindernis aus. Aber die Tiere können auch abgelenkt sein. Das ist vor allem bei den einheimischen Greifvögeln der Fall, die zu konzentriert nach potentieller Beute am Boden Ausschau halten. In einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Brandenburg, werden Statistiken zu den Zahlen der durch Windräder getöteten Vögel geführt. Dort schlagen am Gesamtaufkommen etwa 15 Prozent Mäusebussarde und 15 Prozent Rotmilane zu Buche. Fünf Prozent der toten Vögel an Windkraftanlagen in Brandenburg sind Seeadler. Allerdings muss dabei auch berücksichtig werden, dass diese Tiere recht groß sind und damit natürlich auch dem Wind eine bessere Angriffsfläche bieten. Und so wird so mancher Vogel bei einem Sturm auch gegen die stehenden Rotorblätter geschleudert und das könnte ihm bei einem Gebäude ebenso passieren.

Was allerdings gut nachvollziehbar ist, sind die Widerstände, die von der NABU und dem BUND gegenüber Windparks in der Nähe von Vogelschutzgebieten kommen. Und davon befinden sich sehr viele an den Küsten der Nordsee und der Ostsee genau an den Punkten, die für die Errichtung neuer Windparks wettertechnisch beste Bedingungen bieten würden.