Verzögerungen beim Ausbau des Stromnetzes

Sandra 8. August 2012 0


Wenn regenerative Energie in Deutschland konsequent genutzt werden soll, müssen schnellstens die Hauptstränge des Stromnetzes ausgebaut werden. Anders ausgedrückt: Die Stromautobahnen müssen her. Insgesamt hat sich die Bundesnetzagentur zwei Dutzend solcher Großprojekte auf die Fahnen geschrieben, die vor allem notwendig sind, um den in Norddeutschland durch Windparks umweltfreundlich erzeugten Strom im Land verteilen zu können. Doch diese Kapazitäten geben die bisher vorhandenen Infrastrukturen nicht her.

Jetzt schlug die Bundesnetzagentur Alarm. Bei mehr als der Hälfte der Projekte zu den Stromautobahnen gibt es jetzt schon klare Hinweise darauf, dass die geplanten Bauzeiten nicht eingehalten werden können. Ein Beispiel dafür ist die Trasse, die von Sachsen-Anhalt nach Bayern gebaut wird. Hier ist heute schon erkennbar, dass mit der Fertigstellung erst ein Jahr später als geplant gerechnet werden kann. Die einzig rühmliche Ausnahme findet sich bei der „Windsammelschiene“ unmittelbar in Norddeutschland. Dort schreitet der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien planmäßig voran.

Auch der Blick auf die Gesamtzahlen macht deutlich, wie prekär die Situation ist. Von den 24 Projekten konnten bisher erst zwei abgeschlossen werden. Insgesamt will die Bundesnetzagentur 1.834 Kilometer neuer Trassen bauen. Davon ist mit 214 Kilometern gerade eben ein reichliches Zehntel in Betrieb genommen worden. Die Bundesnetzagentur muss deshalb dringend handeln, wenn sie die Ziele der Bundesregierung zum Umstieg auf durchweg ökologisch verträglich produzierten Strom nicht gefährden will. Noch im August 2012 soll deshalb ein Netzentwicklungsplan vorgelegt werden, der in Zusammenarbeit der Netzbetreiber mit dem Bund und den Ländern erarbeitet worden ist. Er muss auch Vorschläge enthalten, wie die eingetretenen Verzögerungen beim Netzausbau wieder ausgeglichen werden können.