Vernetzte Solarkraftwerke als Hauptenergieversorger in südlichen Staaten

Daniel Reissmann 26. Juni 2014 0


Im ersten Moment hört sich das Prinzip sehr einfach an. Im Süden scheint oft die Sonne, sodass dort auch viele solarthermische Anlagen und Photovoltaikanlagen ausreichenden Strom und Wärme produzieren könnten. Die Realität zeigt trotzdem, dass auch in sehr sonnenreichen Staaten weiterhin auf konventionelle Energieversorger gesetzt wird. Entgegen der Voraussetzungen, wie beispielsweise in Island, wo grundlastfähige Energien wie Geothermie und Wasserkraft häufig vorkommen, bezieht man sich im Süden oft auf die gefährliche Volatilität der Sonne. Zu Recht, denn die Netzstabilität ist essentiell von einer gleichmäßigen Stromeinspeisung abhängig. Eines wird allerdings oft übersehen, diese Argumentation bezieht sich auf Photovoltaikstrom, doch was ist eigentlich mit der Solarthermie?

Energiequelle

Koordinierter Strom durch Solarwärmekraftwerksnetze

Forscher des Imperial College haben jüngst eine Studie vorgelegt, in welcher sich auf den überregionalen Ansatz von solarthermischen Kraftwerken beziehungsweise Concentrated Solar Power Plants (CSP) bezogen wird. Der Vorteil an CSP ist, dass die Anlagen im Schnitt höhere Wirkungsgrade als Photovoltaikanlagen erzielen und zudem Energie in Form von Wärme zwischenspeichern, sodass die Einspeisung in das Netz an Gleichmäßigkeit gewinnt. Nachteil ist, dass sich die Anlagen erst ab einer bestimmten Mindestgröße rentieren, da Betriebs- und Wartungskosten verhältnismäßig hoch sind. In sonnenreichen Staaten, wie beispielsweise in Spanien, stellt dies aber kein Problem dar, da große Anlagen aufgrund der hohen solaren Strahlung durchaus die rentable Mindestgröße erreichen oder übertreffen. In verschiedenen Szenarien errechneten die Wissenschaftler, wie viel Strom die Anlagen im Netzverbund produzieren können und ob sie sich dann noch rechnen. Das Ergebnis ist, dass in sonnenreichen Ländern durchaus 80 Prozent der Spitzenlast bei gleichzeitig vertretbaren Kosten durch die CSP Technologie gedeckt werden können. Dazu müssten einzelne Anlagen allerdings zu einem sogenannten virtuellen Kraftwerk verbunden werden, sodass Ausfälle an der einen Stelle durch Überkapazitäten an anderer Stelle substituiert werden können. Zu bedenken geben die Forscher allerdings, dass heute noch nicht in jedem sonnenreichen Gebiet ausreichende Kostendeckung erreicht werden kann. In Südafrika und Südeuropa ist die Technologie aber schon heute ökonomisch einsetzbar.


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