Ungebremster Anbau für Biosprit könnte zu mehr Ozon führen

admin 8. Januar 2013 0


Weder bei Autofahrer noch bei Umweltschützern findet der Biosprit Akzeptanz. Einer der Hauptkritikpunkte ist das Abholzen von Wäldern, zur Gewinnung von Anbaufläche. Eine neue Studie über den Biosprit hilft diesem da auch nicht weiter. Bis zum Jahr 2020 haben sich die EU-Staaten verpflichtet, die Energie für den Verkehrssektor aus erneuerbaren Energien zu decken. Für den Bedarf an Biosprit sollen hierfür verstärkt geeignete Pflanzen kultiviert werden.

Eine Gruppe von Wissenschaftler von der Universität Lancaster simulierten den Einfluss von dem verstärkten Anbau von Pflanze, die für den Biosprit geeignet sind. So berichten die Forscher im Fachjournal „nature climate change“, welche Auswirkungen der verstärkte Anbau von kompatiblen Pflanzen in Europa auf die Umwelt hätte. Hierbei wurde eine Anbaufläche von knapp 72 Millionen Hektar angenommen, eine Fläche die ungefähr doppelt so groß ist wie die Bundesrepublik Deutschland.

Die Forscher gehen in ihrem Modell davon aus, dass für den Anbau in der Zukunft lediglich Pflanzen der zweiten Generation geeignet sind: Pappeln, Weiden und Eukalyptus. Nur durch den Einsatz der schnell wachsenden Pflanzen könnte der hohe Bedarf an Biomasse gedeckt werden.

Die schnell wachsenden Pflanzen sondern den Stoff Isopren ab, welcher in Kombination mit Stickoxiden bodennahes Ozon bildet. Der verstärkte Anbau der Pflanzen könnte einen raschen Anstieg des Ozons bedeuten. Nach bisherigen Zahlen sterben jährlich rund 22.000 Menschen an dessen Auswirkungen und der vermehrte Ausbau könnte diese Anzahl um ein 1000-faches erhöhen. Desweiteren schadet es gewissen Getreidearten wie Mais oder Weizen. Der erhöhte Anstieg an Ozonwerten könnte somit den Ertrag der Pflanzen um ein bis drei Prozent senken.

Mögliche Anbauflächen sehen die Forscher in Osteuropa. Die Ukraine allein könnte fast ein Drittel der benötigten Pflanzen beherbergen. Zudem bietet das Land viele freie Grasflächen, sodass die Getreidepflanzen nicht von ihren Feldern vertrieben werden müssten.