Über 1000 Euro jährliche Stromkosten für Familien in 2014 erwartet

Daniel Reissmann 10. Oktober 2013 0


Am 15. Oktober ist es soweit. Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW und 50 Hertz, welche für das EEG-Umlagenkonto verantwortlich sind, werden die offiziellen Zahlen der Ökostromumlage für den Förderzeitraum 2014 verkünden. Zuletzt sind schon einige Zahlen in die Öffentlichkeit geraten. So soll die Umlage im Jahr 2014 von 5,277 Cent pro Kilowattstunde elektrischer Energie auf 6,307 Cent steigen. Das Vergleichsportal Verivox geht auf Basis dieser Zahlen davon aus, dass ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden in etwa 1.050 Euro Stromkosten zahlen muss. Das entspricht einer Steigerung von 70 Euro zum jetzigen Niveau. Allein die EEG-Umlage hätte daran einen Anteil von 220 Euro und 36 Euro an den Zusatzkosten. Entsprechend sind über 50 Prozent der Zusatzkosten in 2014 durch die EEG-Umlage zu erklären. Weitere Kosten sind die Mehrwertsteuer und die steigenden Netzkosten im Zuge des Netzausbaus.

© Eisenhans - Fotolia.com

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Pro Erneuerbare-Contra Strompreisanstieg

Positiv zu erwähnen ist, dass die positive Einstellung der Deutschen gegenüber der Energiewende und dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nachlässt. Weiterhin sind, laut aktuellen Umfragen, 90 Prozent der Deutschen für den Ausbau der regenerativen Energiequellen. Ungeachtet dessen sinkt die Toleranz für weitere Kostensteigerungen. Auch wenn die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung bereit ist zusätzliche Kosten für eine Regenerativwirtschaft zu tragen, so fordern die meisten eine fairere Verteilung der Belastung. Momentan sind es vor allem die einfachen Verbraucher, welche den Löwenanteil an der Energiewende übernehmen müssen. Energieintensive Unternehmen können sich von der EEG-Umlage befreien lassen. Was als energieintensiv gilt, liegt allerdings nicht selten in einer Grauzone. Juli 2013 wurde deshalb ein Beihilfeprüfverfahren bezüglich der Befreiung energieintensiver Unternehmen durch die EU-Wettbewerbskommission erwägt. Im Zuge einer Intervention durch die bundesdeutsche Regierung wurde das Beihilfeprüfverfahren auf einen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl verschoben. Sollte das Verfahren in absehbarer Zeit zu dem Ergebnis kommen das einige Unternehmen von der Befreiung unrechtmäßig profitierten, so kann das auch zu Rückzahlungen bereits gewährter Befreiungen führen.


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