Trotz Atomausstieg massiver Export von Strom

admin 3. April 2013 0


Deutschland hat im vergangenen Jahr, trotz des Atomausstieges, soviel Strom exportiert wie zuletzt 2008. „Damit wurde im Jahr 2012 der höchste Überschuss der letzten vier Jahre erzielt“, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag. Insgesamt wurden 2012 43,8 Terrawattstunden (TWh) nach Deutschland importiert und zur gleichen Zeit exportierte Deutschland 66,6 TWh. Es wurde somit ein Überschuss von rund 22,8 TWh produziert.

Dennoch stiegen die Strompreise und die EEG-Umlage dieses Jahr erneut an. Gründe hierfür findet man leider in der Energiewende und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Obwohl der Strom aus regenerativen Quellen umweltfreundlicher ist, drückt er den Preis zurzeit immer höher. Die erneuerbaren Anlagen können zwar ein Überangebot an Strom produzieren, doch durch den rasanten und teils ungeplanten Ausbau fehlt es oft an Speicher- und Übertragungsmöglichkeiten.

Dies führt dazu, dass der deutsche Strom oft über die Ländergrenzen laufen muss, wo er verkauft wird und somit nicht selbst im Inland benutzt werden kann. Das hat bereits zu Problemen mit dem Nachbarland Polen geführt, welches in Zukunft mit Phasenverschiebern den Import von deutschen Ökostrom regulieren will. Desweiteren führt die Überproduktion von Ökostrom zu Mittagszeiten zu Problemen an der Börse. Durch die Überproduktion wird der Strompreis stark gedrückt, was den Betrieb von Gas- und Kohlekraftwerken unrentabel macht. Diese werden jedoch dringend benötigt, um im Winter Strom zu produzieren, da die momentanen EE-Kapazitäten für diese Jahreszeit noch nicht ausreichen.

Deshalb warnt auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft davor, die Überproduktion als Versorgungssicherheit zu sehen. „Die aktuellen Durchschnittsbetrachtungen bedeuten nicht, dass es in Deutschland insgesamt einen Überschuss an Strom gibt. Strom muss jederzeit an jedem Ort verfügbar sein. Denn es kommt immer auf den Ort und den Zeitpunkt des Stromangebots und der Stromnachfrage an“, so der Verband.


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