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EEG-Umlage und Energiewende: Derzeitiger Stand und Aussichten

Die Energie-Umlage könnte kurzfristig teurer werden. Langfristig ist jedoch ein Abfallen der Strompreise absehbar. Die Energiewende ist trotzdem noch so weit fortgeschritten, wie gewünscht und geplant. Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich. Privatverbraucher können jedoch einiges beitragen.  

Ein Großteil des Weges zur Energiewende steht noch bevor. Bildquelle: Bildagentur Zoonar GmbH – 291297509 / Shutterstock.com

Erneuerbare Energien sind in Deutschland weiterhin erfolgreich. Die Energie-Umlage sorgt allerdings dafür, dass die Strompreise zumindest kurzfristig ansteigen. Davon geht die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende in ihrer neuesten Studie aus. Die durchschnittlichen Strompreise werden demnach um 1,4 Prozent auf 30 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Gründe liegen allerdings nicht bei den erneuerbaren Energien, sondern bei teuren Rohstoffen wie z.B.:

• Erdöl
• Kohle
• Erdgas

Das Ausschreibungsverfahren, ein höheres Wettbewerbsniveau und niedrigere Zuschlagspreise sollen entsprechend für niedrigere Strompreise sorgen. Sonnen- und Windenergie könnten also langfristig günstiger werden.

Energiewende: Wo stehen wir?

Dass die Energiewende zunehmend größere Erfolge erzielt, zeigt sich auch am Anteil, den die erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch und Gesamtstromerzeugnisse im Jahr 2017 hatten:

• Der Anteil von Wind-, Wasser-, Bio- und Sonnenenergie am Gesamtstromverbrauch betrug 36,1 Prozent
• Anteil der erneuerbaren Energien am erzeugten Strom betrug 33,1 Prozent

Deutlich wird auch, dass neu entstehende Anlagen, die Strom erzeugen, günstiger werden, auch wenn für den Übergang natürlich althergebrachte Energieerzeuger wie z.B. Gaskraftwerker benötigt werden.
Erst in wenigen Jahren, wahrscheinlich um 2020 herum, wird sich herausstellen, welche Vorzüge die Energiewende wirklich mit sich bringt.

Statistik: Höhe der EEG-Umlage für Haushaltsstromkunden in Deutschland bis 2018. Quelle: netztransparenz.de

Energiewende: Wie geht es weiter?

 

Wo genau die Energiewende letztendlich hinführt, bleibt weiterhin jedoch unklar, was zu großen Frustrationen in der Energiewirtschaft führt. Vertreter des Energiesektors wünschen sich vor allem von der Bundesregierung eine konkretere Planung. Ein präziser Plan ist insbesondere notwendig, um alternative Arbeitsplätze für diejenigen Arbeitnehmer zu schaffen, die noch in der althergebrachten fossilen Energiegewinnung arbeiten. Die Förderungen von Gebäudesanierungen und der Elektromobilität schreiten ebenfalls noch nicht schnell genug voran. Die unsichere Planung sorgt weiterhin dafür, dass Investitionen in den neuen Energiesektoren stagnieren.

Energiewende: Was kann ich tun? 

Die Politik mag zwar weiterhin zögern, wenn es um eine präzise Planung und deutliche Entscheidungsfindung geht, dennoch kann der individuelle Verbraucher etwas zur Energiewende beitragen. Hier einige Anknüpfungspunkte:

Maßnahme Wie sie helfen können
Ökostrom Verbraucher, denen die Energiewende am Herzen liegt, sollten darauf achten, dass ihr Ökostromanbieter ebenfalls darauf abzielt. Manche Anbieter, die sich mit einem entsprechenden Label brüskieren, unterstützen in Wahrheit keine regenerativen Kraftwerke. Zwar finanziert eigentlich jeder Verbraucher die EEG-Umlage mit, aber nur wer gezielt vorgeht und nach entsprechenden Anbietern sucht, sorgt für eine grüne Wirtschaft und unabhängige sowie überlebensfähige Anlagen.
Photovoltaik Privatverbraucher können sich eine Solar- bzw. Photovoltaikanlage auf das Hausdach montieren lassen. Der daraus entstehende Strom kann der Betreiber für seine eigenen Zwecke verwenden oder in das öffentliche Stromnetz einspeisen und an Energieversorger verkaufen.
Solarthermie Im Gegensatz zur privaten Photovoltaikanlage wird kein Strom erzeugt, sondern Wärme- und Heizenergie, mit der Verbraucher künftig sparsamer heizen und Wasser erhitzen können.
Wärmedämmung Eine ordentliche Wärmedämmung und eine Sanierung von Wänden und Dächern sorgen dafür, dass Wärme im Winter nicht schnell und in einem großen Maße entweicht, sondern innerhalb der vier Wände bleibt, wo sie hingehört.

Tabelle: Einiges können Verbraucher selbstständig tun, um die Energiewände zu unterstützen. Gleichzeitig können sie Strom und Energie sparen. Einige dieser Maßnahmen bringen finanzielle Vorteile, werden staatlich gefördert und erhöhen sogar den Wert von Wohneigentum und Immobilien generell. Natürlich können auch private Unternehmen solche Schritte ausführen, was als Bonus sogar ein positives Image mit sich bringt.

Weitere Herausforderungen der Energiewende

Mit der Umstellung der Kraftwerke und der Energieerzeuger kann die Energiewende allerdings nicht allein gemanagt werden. Weil der Strom dezentral von mehreren einzelnen Anlagen erzeugt wird, anstatt von zentralen Kraftwerken, muss das Energienetz entsprechend umgebaut werden. Zudem kommt es immer zu Schwankungen, wenn Energienetze stark vom Wetter abhängig sind. Bessere Speichermöglichkeiten sind notwendig, um solche Schwankungen immer wieder auszugleichen. Intelligente Stromnetze sollen dagegen dafür sorgen, dass eventuelle Engpässe vermieden werden und eine ausreichende Stromversorgung für alle Haushalte gewährleistet wird.

Warum ist die Energiewende notwendig? 

Die Fortschritte der Energiewende bleiben weiterhin ernüchternd und die Klimaschutzziele außer Reichweite. Dabei sind die Energiewende und die damit einhergehenden technischen Veränderungen und Weiterentwicklungen dringend notwendig. Nicht nur der Umwelt willen, sondern auch um die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und den Wohlstand weiterhin zu gewährleisten. Aus folgenden Gründen:

  • zunehmend schwankende Ölpreise
  • hohe Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen
  • Erschließung einer nachhaltigen, effizienten und unabhängigen Energieversorgung

Die dezentrale, private Umstellung auf erneuerbare Energien stellt dahingehend einen wichtigen Schritt dar. Allerdings muss noch einiges getan werden, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

Bildquelle: Bildagentur Zoonar GmbH – 291297509 / Shutterstock.com

Sponsored Post: EnBW: die Macher der Energiewende

Die Energie Baden-Württemberg, kurz EnBW, als drittgrößtes Energieunternehmen Deutschlands macht ernst! Der Ausstieg aus der Kernenergie ist längst besiegelt, investiert wird in erneuerbare Energiequellen und dafür hat sich das Unternehmen eine ganz besondere Werbung einfallen lassen: das lebendige Plakat.

Schauplatz: die Hauptbahnhöfe in Stuttgart und Karlsruhe. Auf den ersten Blick waren die EnBW-Plakate wie die meisten anderen Werbeplakate auch. Ein Foto eines Mitarbeiters, daneben ein Feld, in dem stand: „20.000 Mitarbeiter. Ein Versprechen: Wir machen das schon.“ Doch dann erwachte das Plakat zum Leben.

Bild: Auf den ersten Blick eine Werbung wie jede andere auch. Bildquelle: EnBW
Bild: Auf den ersten Blick eine Werbung wie jede andere auch. Bildquelle: EnBW

EnBW-Werbeaktion: eine Idee die ankommt

Es war ein Tag wie viele andere auch. In den Bahnhöfen Stuttgart und Karlsruhe herrschte geschäftiges Treiben, auf die neue Plakatwerbung von EnBW, die in der Bahnhofshalle aufgebaut war, achteten wohl die wenigsten. So lange, bis das Plakat zu reden begann. Und selbst dann merkten viele noch nicht, dass sie von einem Plakat angesprochen wurden. Wer erwartet schon so etwas?

Doch bei genauerem Hinsehen war klar: Das Plakat sprach nicht nur mit einem, derjenige, der darauf abgebildet war, bewegte sich auch. In freundlicher Art wurde man so gefragt, wie es einem gehe oder ob man etwas für einen tun könne. Wer sich auf ein kurzes Gespräch einließ, dem stand die nächste Überraschung ins Haus: Der Abgebildete bat um einen Moment Geduld, verschwand vom Plakat und trat aus einer Tür heraus, die direkt daneben angebracht war. Im Anschluss half er dem verdutzten Fahrgast beim Tragen der Koffer oder beim Finden des Gleises.

Wie das Ganze ausgesehen hat, haben zahlreiche versteckte Kameras aufgezeichnet. Heraus kam ein Werbespot der etwas anderen Art:

Die Werbekampagne, die sich EnBW da ausgedacht hatte, ist einzigartig. Wie auch bei der Werbung, so will sich das Unternehmen vollkommen neu ausrichten und die Energiewelt der Zukunft mitgestalten. Dass das nicht ohne Mitarbeiter geht, ist klar. Rund 20.000 hat das Unternehmen – und die packen alle gemeinsam an.

Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt

„Wir machen das schon“, so der Name der Kampagne. Der Kerngedanke dabei ist klar: Ohne Mitarbeiter geht es nicht, gemeinsam packen wir es an. Diese sogenannte „Machermentabilität“ will man durch diese außergewöhnliche Werbung übertragen und so als freundlicher und tatkräftiger Mitarbeiter anpacken und anderen helfen.

Mit der Aktion „Lebendiges Plakat“ soll somit gezeigt werden, dass die Mitarbeiter der EnBW nicht nur reden, sondern auch machen. Und das wurde eindrucksvoll gezeigt. Durch diese Aktion sind verblüffende, spannende, ungewöhnliche und tolle Situationen entstanden, die die Menschen überrascht haben.

Genau diese Mitarbeiter sind es auch, die dafür sorgen, dass

  • die Kernenergie bis zur kompletten Stilllegung der Kraftwerke verantwortungsvoll genutzt wird
  • die Kunden aufgrund Forschung und Entwicklung von der Energiewende profitieren können
  • selbst dann für Strom gesorgt ist, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint
  • immer mehr erneuerbare Energien als Strom genutzt werden können.

Gesponserter Artikel.

Ambitionierte Grüne: Erneuerbarer Strom bis 2030 zu 100 Prozent?

Klima- und Umweltschutz sind die Leitthemen der Grünen, auch wenn in letzter Zeit viele andere auf dem Gebiet mitmischen. Beim vergangenen Bundesparteitag der Grünen wurde das Kernthema nun wieder stärker in den Vordergrund gerückt und direkt mit sehr ambitionierten Zielen untermauert.  Bis 2030 soll die deutsche Stromversorgung zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt werden, so die Zielstellung der Partei. Doch ist dieses Ziel tatsächlich erreichbar oder lediglich Utopie? Ambitionierte Grüne: Erneuerbarer Strom bis 2030 zu 100 Prozent? weiterlesen

Aktuelles: Die Energiewende in „kritischer Phase“?

Zur Eröffnung der diesjährigen Hannover Messe sorgte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einiges Aufhorchen als sie meinte, die deutsche Energiewende befinde sich aktuell „in einer kritischen Phase“. In der Tat war und ist die Energiewende Deutschlands größtes und schwierigstes Projekt. Noch lang sind nicht alle Fehler und Widrigkeiten ausgemerzt, was entsprechend viele Problemfelder nach sich zieht. Diese Jahr steht die Hannover Messe, die weltweit bedeutendste Industriemesse, unter dem Motto „Get new technology first“. Auch die künftige Energieversorgung spielt eine ausschlagende Rolle beim Thema „neue Technologien“. Hier lässt sich die Intention der Kanzlerin zu ihrer Eröffnungsrede erkennen, denn „Ohne berechenbare Energieversorgung keine Zukunft der Industrie“ appellierte die CDU-Vorsitzende. Aktuelles: Die Energiewende in „kritischer Phase“? weiterlesen

Deutschland im internationalen Pressefokus – Agentur für Erneuerbare Energien analysiert die internationalen Pressemeldungen zur Energiewende

Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt wird Deutschland auch von der internationalen Presse kritisch betrachtet. Vor allem, wenn es um solch enorme Projekte wie die Energiewende geht. Die Umstellung des Energiesystems von einem fossil – nuklearen zu einem regenerativen ist bei einer Nation wie Deutschland eine Mammutaufgabe. Gerade deshalb ist auch die ausländische Presse sehr stark an der Energiewende interessiert. Ein internationales Presse-Review der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat die Stimmen der ausländischen Medien zusammengetragen. Ist das Gros der Pressestimmen positiv oder negativ? Sieht man die deutsche Energiewende als vorbildhafte Transformation oder abschreckendes Beispiel? Mehr dazu in diesem Artikel. Deutschland im internationalen Pressefokus – Agentur für Erneuerbare Energien analysiert die internationalen Pressemeldungen zur Energiewende weiterlesen

Was wird die neue Bundesregierung aus der Energiewende machen?

© apops - Fotolia.com
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Die Zahl der Ökostromanbieter und Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung an der Energiewende sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Beides ist dringend nötig, wenn die Energiewende wirklich erfolgreich über den Tisch gehen soll. Momentan hängt alles ein wenig in der Schwebe, denn es bildet sich gerade eine neue Bundesregierung und in den Koalitionsverhandlungen werden auch Themen wie die Energiewende und ihre Durchführung wieder kritisch diskutiert. Momentan bleibt es spannend, zu welchen Einigungen und Beschlüssen CDU/CSU und die SPD kommen werden, bevor sie sich darauf einigen können, zusammen eine Regierung zu bilden.

Diese leicht komplizierte Zeit nutzen viele Stromkonzerne dafür, noch einmal eine große Panikmache loszutreten, dass es durch die reine Versorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland im Winter zu Blackouts kommen könnte. So warnte zum Beispiel RWE Chef Peter Terium vor kurzem wieder davor, die Versorgungssicherheit auf die leichte Schulter zu nehmen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Grund für diese Beschwörungen die zunehmende Konkurrenz durch erneuerbare Energien ist. Die Konzerne hoffen darauf, dass sie die zukünftige Regierung zu milliardenschweren Unterstützungen für Kohlekraftwerke und andere konventionelle Energiequellen überreden können.

Umweltorganisationen wie Greenpeace erwarten, dass die Bundesregierung dem Druck der Stromkonzerne nicht nachgibt. Anstelle von Subventionen für Kohlekraftwerke müsse die Regierung lieber über ein flexibles Stromsystem auf Basis von Grünstrom nachdenken. Die Versorgungssicherheit wäre zum Beispiel dann sehr viel eher gewährleistet, wenn man die Vielzahl elektrischer Nachtspeicheröfen in den deutschen Haushalten durch moderne Heizsysteme ersetzen würde. Dies hat eine von Greenpeace herausgegebene Studie kürzlich erwiesen. Demnach könnten die massiven Schwankungen bei der Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom auch durch den Ausbau flexibler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ausgeglichen werden.

Wenn man den großen Stromkonzernen wie RWE glaubt, dann sind es jedoch einzig und allein die erneuerbaren Energien, die Probleme bei der Versorgungssicherheit darstellen. Ausgerechnet in den Reihen der SPD haben sie hier eine nicht unbedeutende Unterstützung gefunden, nämlich die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. Sie stellte sich noch in den vergangenen Tagen schützend vor die Kohleindustrie und könnte somit am Koalitionstisch in Bezug auf dieses Thema für Schwierigkeiten sorgen und den Fortlauf der Energiewende gefährden. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die SPD nicht geschlossen ihrer Meinung und ihren Forderungen anschließen wird. In dem fünfseitigen Positionspapier der Sozialdemokraten war jedenfalls von Sonderregelungen für Kohlekraftwerke nichts mehr zu lesen und es ist zudem zu erwarten, dass sich die Partei kompromissbereit in den Verhandlungen zeigen wird.

Trotz Miesmache der Konzerne entscheiden sich immer mehr deutsche Bürger dazu, in Zukunft lieber Ökostrom zu beziehen als Energie aus konventionellen Quellen. Auch eine Bürgerbeteiligung an der Entwicklung der Energiewende ist schon lange keine Seltenheit mehr. Ein gutes Beispiel dafür ist das deutschlandweit verfügbare Bürgerdarlehen von Enspire Energie, einer Marke der Stadtwerke Konstanz. Hier können sich Bürger an den ökologisch orientierten Stadtwerken beteiligen und sich so nicht nur für die Energiewende einsetzen, sondern auch von einer festen Rendite profitieren. Diese beläuft sich auf 2,5 Prozent pro Jahr. Eine gute Möglichkeit, um sein Geld anzulegen und gleichzeitig etwas für die Energiewende und ihre weitere Entwicklung zu tun, egal wie sich die Bundesregierung in Zukunft verhalten wird.

Koalitionsverhandlungen: Union und SPD wollen Windkraft-Förderungen senken

Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD nehmen in puncto Energie allmählich klarere Züge an. So ist man sich mittlerweile einig die Fördersätze für Windenergie deutlich senken zu wollen. Zudem soll die Einspeisevergütung schrittweise durch eine Marktprämie ersetzt werden. In Sachen Solarenergie sieht man dagegen keinen Handlungsbedarf.

© jonasginter - Fotolia.com
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Allmählich kommt Bewegung in die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Union – zumindest in Sachen Energie. So einigten sich beide Parteien darauf die Windenergie künftig weniger stark fördern zu wollen. Das besagt ein Textentwurf, den die Deutsche Presse-Agentur vorliegen hat. So soll die Windkraft in erster Linie auf windstarke Standorte konzentriert werden. Der Ausbau in Binnenländern dürfte dagegen niedriger ausfallen als erwartet.

Darüber hinaus sieht die Arbeitsgruppe Energie vor die traditionelle feste Einspeisevergütung schrittweise durch eine Marktprämie zu ersetzen, in deren Rahmen Anlagenbetreiber in Zukunft selbst ihren Strom vermarkten. Ansonsten sieht man in puncto Solarenergie aber wenig Handlungsbedarf. Gas- und Kohlekraftwerke sollen nicht in den Genuss einer verstärkten Förderung kommen. Dies war im Gespräch, da Gas- und Kohlekraftwerke gerade im Winter eine bedeutende Rolle zur Sicherung der Energieversorgung liefern.

Bis 2020 soll der Anteil an Ökostrom in Deutschland auf 40 Prozent steigen. Die Ziele für 2030 sind dagegen noch nicht klar. Während die Union zwischen 50 und 55 Prozent anpeilt, fordert die SPD bis 2030 einen Ökostromanteil von 75 Prozent. Darüber hinaus bleibt es bei dem Ziel die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Schweizer Politikerin kritisiert deutsche Energiewende

Die Energiewende schreitet voran. Noch nie wurde in Deutschland so viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wie heute. Das hat auch einen Einfluss auf den gesamten europäischen Strommarkt, denn wenn in Deutschland bei viel Sonne und Wind zu viel Ökostrom produziert wird, fließt der Strom in andere Länder ab – und drückt dort die Preise.

© Thorsten Schier - Fotolia.com
© Thorsten Schier – Fotolia.com

Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard hat eine harsche Kritik an der deutschen Energiewende geübt. Grund hierfür ist der massive Stromexport zu Spitzenproduktionszeiten. Dieser tritt bedingt durch den Ausbau von Solar- und Windenergieanlagen vor allem zur Mittagszeit und bei starkem Wind auf. Die daraus resultierende Überproduktion hat zur Folge, dass der Strom in andere europäische Länder abfließt – und dort den Strompreis drückt.

Die Schweiz trifft dies besonders hart, da Schweizer Atomkraftwerke Strom wesentlich teurer produzieren als er von Deutschland gekauft werden kann. Noch brisanter ist die Lage dagegen für die Pumpspeicherkraftwerke in den Schweizer Bergen. Dort wird seit vielen Jahren nachts Wasser in die Speicherseen gepumpt, um dieses zu Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit zur Stromgewinnung nutzen zu können. Durch den günstigen, mittags produzierten, deutschen Solarstrom ist auch dieses Vorgehen nicht mehr rentabel.

In diesem Zusammenhang ist auch die Aussage der Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard zu verstehen: „Die Deutschen machen einiges kaputt.“ Jetzt will Leuthard nach Brüssel reisen, um die Lage mit Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) zu besprechen und womöglich ein Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU auszuhandeln.

Koalitionstaktierung: Grüne hoffen auf Kompromissbereitschaft der Union beim Thema Energie

Die Grünen sind die einzige Partei im Bundestag, die sich das Thema Energiewende beim Wahlkampf wirklich auf die Fahnen geschrieben hat. Im Koalitionspoker mit der Union hoffen sie jetzt auf eine Kompromissbereitschaft von CDU/CSU bei diesem Thema – dann wäre auch eine schwarz-grüne Koalition gar nicht mehr so abwegig.

Bundestagswahl 2013
© Artenauta – Fotolia.com

Noch ist völlig unklar wer Deutschland künftig regieren wird. Nach der Bundestagswahl ist zwar klar, dass Angela Merkel weiterhin Kanzlerin bleiben wird, über den möglichen Koalitionspartner herrscht jedoch weiterhin Unklarheit. Sowohl die SPD als auch die Grünen kämen in Frage.

Da auch unter den Grünen die Angst vorherrscht bei einem Bündnis mit der Union ähnlich wie die FDP letztlich den Kürzeren zu ziehen, wird man sich aber teuer verkaufen. Vor allem beim Thema Einwanderung und Energiewende hoffen die Grünen auf eine Kompromissbereitschaft der Union. So sagte die nordrhein-westfälische Bildungsministerin und Vize-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann gegenüber der Berliner Zeitung: „Aus grüner Sicht ist vor allem die Energiewende ein zentrales Thema. Als Vertreterin einer Landesregierung werde ich zudem darauf achten, dass über eine auskömmliche Finanzierung der Länder und Kommunen gesprochen wird.“

Da auch die SPD hohe Forderungen stellt, ist die Entscheidung für einen Koalitionspartner für CDU/CSU alles andere als leicht. Was vor kurzem noch als abwegig galt, ist jetzt gar nicht mehr so unwahrscheinlich: Ein schwarz-grünes Bündnis. Nun bleibt abzuwarten wie die Sondierungsgespräche mit den Grünen in der nächsten Woche verlaufen.

5. Kongress „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ eröffnet

Vom 24. bis zum 25. September tagt der Kongress „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ zum 5. Mal. Ziel ist der Austausch verschiedenster Vertreter aus dem Energiebereich zum Thema Energiewende und regenerative Energien. Im Blick auf die vorangegangene Bundestags- und Hessenwahl spielt vor allem das Thema Energiepolitik auf dem 5. Kongress eine bedeutende Rolle.

Energiewende

Bereits zum 5. Mal findet vom 24. bis zum 25. September der Kongress 100% Erneuerbare-Energie-Regionen in Kassel statt. Im Rahmen des Kongresses treffen sich rund 700 Vertreter von Unternehmen, Landkreisen und Kommunen, um über das Thema erneuerbare Energien zu diskutieren. Ein zentrales Thema des diesjährigen Kongresses wird im Hinblick auf die vorangegangene Bundestags- und Landtagswahl in Hessen die Energiepolitik von Bund und Ländern spielen.

Gerade die Energiewende und mögliche Reformen dieser werden eingängig diskutiert werden. So äußerte sich Dr. Martin Hoppe-Kilpper, der Geschäftsführer von IdE (Institut dezentrale Energietechnologien) und deENet (Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V.) folgendermaßen: „Für die weitere Umsetzung der Energiewende unter breiter Bürgerbeteiligung ist die Beibehaltung der Grundprinzipien des Erneuerbare Energien Gesetzes zwingend notwendig. Ohne Mindestpreise und einen Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien werden sich kaum mehr Bürgerinnen und Bürger finden, die ihr privates Geld in die Energiewende investieren.“

Das IdE koordiniert unter anderem das Netzwerk 100% Erneuerbare-Energie-Regionen. Mittlerweile gibt es bereits 138 Landkreise und Gemeinden, die das ambitionierte Ziel einer 100-prozentigen dezentralen Versorgung aus erneuerbaren Energien erreicht haben. Rund 20 Millionen Menschen leben in diesen Regionen. Auch auf diesem Kongress bekommen wieder einige neue Städte und Gemeinden die Auszeichnung als 100ee-Region.