Südhessen ein guter Standort für Geothermie?

Sandra 16. August 2012 0


Im Jahr 2014 soll in Südhessen ein neues Kraftwerk in Betrieb gehen, das Strom durch erneuerbare Energie erzeugt. Es soll die Kapazität haben, mehr als 7.000 deutsche Durchschnittshaushalte mit Strom versorgen zu können. Als Energiequelle soll die in den Tiefen der Erdkruste vorhandene Wärme, sprich die Geothermie, genutzt werden. Dafür sind Bohrungen bis in eine Tiefe von drei bis vier Kilometern notwendig. Bohrungen in diese Schichten der Erdkruste werden zur Tiefengeothermie gerechnet, die auch in Deutschland rentabel arbeitende und ökologisch verträgliche Kraftwerke ermöglicht.

Um die Kosten für diese Erschließung nicht in den Sand zu setzen, sind vorbereitende Arbeiten notwendig. Sie haben zum Ziel, Hohlräume mit heißem Wasser zu finden. Und genau diese Messungen finden gerade eben in Südhessen an insgesamt rund 330 Stellen statt. Die Bewohner und Gäste vom Main-Taunus-Kreis, der Region Darmstadt-Dieburg und im Landkreis Groß-Gerau sollten sich also nicht wundern, wenn Messtrupps mit großen Koffern unterwegs sind. Darin verbergen sich Gravimeter, mit deren Messergebnissen die bereits durchgeführten Checks der vorhandenen Seismik ergänzt werden sollen.

Die Bereiche, in denen diese Messungen für Quellen für regenerative Energie durchgeführt werden, sind zuvor von den Behörden als so genannte Erlaubnisfelder genehmigt worden. Für die Bevölkerung gehen von den Messungen keine Beeinträchtigungen aus, außer dass einmal ein Messwagen am Straßenrand stehen könnte.

Für die Region bedeutet das Projekt des Geothermie-Kraftwerks in Südhessen einen echten Vorteil. Bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2014 ist eine Investitionssumme von mehr als 35 Millionen Euro veranschlagt. Initiator der aktuellen Vorbereitungen ist das ÜWG Groß-Gerau. Auch die Gemeinde Groß-Gerau scheint interessiert, denn sie hat ein eigenes Erlaubnisfeld beantragt.