Stromanbieter nutzen Energiewende für Preisaufschlag

admin 11. März 2013 0


Nahezu jeder zweite Stromversorger hat die Energiewende genutzt, um die Strompreise zu erhöhen. Dies geht zumindest aus einer Studie der Verbraucherzentrale NRW hervor. “Mindestens die Hälfte der Grundversorger in NRW hat die öffentliche Diskussion über die Energiewende und die steigende EEG-Umlage nach unserer Auffassung instrumentalisiert, um unangemessen hohe Aufschläge zu fordern”, so Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Fast jeder zweite Grundversorger würde die gestiegenen Zusatzkosten auf den Verbraucher abwälzen. Die dabei gesunkenen Bezugskosten für Strom an der Börse würden hierbei nicht an die Verbraucher weitergegeben werden, kritisieren die Verbraucherschützer.  Desweiteren beklagen die Verbrauchschützer die mangelhafte Informationspolitik der Anbieter. Die sinkenden Strompreise an der Börse würden in den Briefen an die Kunden so gut wie keine Rolle spielen, jedoch verwenden nahezu alle Unternehmen die Energiewende und die steigenden EEG-Umlage, um die Preissteigerung zu begründen. Die Briefe seien zudem oft nicht transparent genug. Bei rund 60 Prozent der Schreiben würde der Name der betreffenden Stromtarife fehlen oder Verbrauchern nicht deutlich genug beschreiben, dass es sich um eine Strompreiserhöhung handle.

Die Verbraucherzentrale will deshalb besonders auffällige Versorger abmahnen und plädiert an die Politik,  für eine wirksame Kontrolle bei der Preiserhöhung und der Informationspolitik bei Grundversorgern zu sorgen. Zudem empfiehlt der Verbraucherschutz den Stromkunden in der Grundversorgung sich mit einem Musterbrief bei ihrem Anbieter über den günstigsten Tarif zu informieren.