Steueränderungen Photovoltaik-Anlagen in Privathaushalten

admin 10. August 2013 0


In einer neuen Broschüre informiert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg über aktuelle Änderungen bei der Besteuerung von Photovoltaik-Anlagen auf privaten Gebäuden. Demnach ist zukünftig keine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt notwendig. Lediglich das Finanzamt ist über die Neuinstallation zu unterrichten.

Erster Schritt – Anzeige beim Finanzamt

Der Erwerb und die Installation von Solaranlagen werden laut dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Wird nun der damit erzeugte Strom an ein Energieversorgungs-Unternehmen durch Einspeisung in deren Netz verkauft, so liegt aus steuerlicher Sicht eine unternehmerische Tätigkeit vor. Von der Aufnahme einer unternehmerischen Tätigkeit ist das zuständige Finanzamt innerhalb eines Monats zu informieren. Dieses wird daraufhin einen Fragebogen versenden, in dem der Photovoltaik-Betreiber einige Angaben zur steuerlichen Erfassung machen muss.

Neben einigen persönlichen Daten müssen Angaben zum erwarteten Gewinn gemacht werden, anhand dessen das Finanzamt prüft, ob Steuervorauszahlungen zu leisten sind. Gemäß einer Verfügung der Finanzämter ist jeder Solarstromerzeuger, der mehr als die Hälfte seines Stroms in das Netz der Netzbetreiber einspeist, grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig.

Liegt der erwartete Jahresumsatz nicht über 17.500 jährlich, kann man sich auf Antrag von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Doch Vorsicht: Dadurch ist auch kein Vorsteuerabzug der zumeist hohen Installationskosten der Solaranlage möglich! Zwar ist an eine Umsatzsteuerpflicht auch die Erstellung einer jährlichen Umsatzsteuererklärung gebunden, doch der Aufwand für die Erstellung derselben hält sich in Grenzen!

Einkommensteuerrechtliche Betrachtung

Steuerlich interessant ist der Betrieb einer Photovoltaik-Anlage, wenn diese einen Verlust erwirtschaftet. Denn Verluste aus dieser unternehmerischen Tätigkeit können mit anderen Gewinnen, wie zum Beispiel Einnahmen aus einer unselbstständigen Tätigkeit, verrechnet werden. Die Anschaffungskosten inklusive aller Nebenkosten können jedoch nicht vollständig im Jahr der Zahlung als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Diese werden für die steuerliche Nutzungsdauer laut der offiziellen AfA-Tabellen auf mehrere Jahre verteilt. Diese liegt in diesem Fall bei 20 Jahren. D. h., dass jährlich fünf Prozent dieser Kosten die Einnahmen aus der Stromveräußerung verringern und dadurch den Gewinn schmälern. Alle Wartungs-, Betriebs- und Reparaturkosten hingegen können in vollem Umfang im Jahr der Zahlung steuerlich berücksichtigt werden. Dazu gehören auch die Kosten einer Photovoltaik Versicherung und die Zählergebühren des Netzbetreibers.

Unternehmen müssen alle Belege zehn Jahre aufbewahren. Diese Aufbewahrungsfrist gilt selbstverständlich auch für Betreiber einer Solaranlage. Alle in diesem Zusammenhang stehenden Einnahmen und Aussagen müssen in einer Gewinnermittlung laut § 4 Abs. 3 EStG aufgelistet werden. Anhand dieser Aufzeichnung ist der Betreiber in der Lage zu erkennen, ob seine Anlage einen Gewinn oder einen Verlust erwirtschaftet.

In der Einkommenssteuererklärung ist neben der Umsatzsteuererklärung daher auch die Anlage EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) sowie GSE (Einkünfte aus Gewerbebetrieb und selbstständige Tätigkeit) auszufüllen. Da diese Eingaben für den Privatmann oftmals unverständlich sind und nicht immer nachvollziehbar, empfiehlt es sich, einen Steuerberater mit der Erstellung des Jahresabschlusses und den erforderlichen Steuererklärungen zu beauftragen. Dessen Kosten, die Photovoltaik-Anlage betreffend, gelten wiederum als Betriebsausgaben und sind somit steuerlich anrechenbar.

 


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