Solarstreit: Solarworld Chef Asbeck spricht sich für Strafzölle aus

admin 23. Juni 2013 0


Im Solarstreit der EU mit China spricht sich Solarworld Chef Asbeck weiterhin für Strafzölle auf chinesische Solarmodule aus. Anderenfalls gefährde man nicht nur den europäischen Solarsektor, sondern auch eine Vielzahl anderer Bereiche. Derzeit laufen Gespräche zwischen der EU und China, die eine baldige Einigung nahe legen.

Nachdem die EU-Kommission vor rund drei Wochen Strafzölle auf chinesische Solarmodule verhängte, scheint nun eine Einigung mit China in Sicht zu sein. Die EU warf chinesischen Solarmodul-Herstellern vor, mit Hilfe von staatlichen Subventionen, ihre Produkte weit unter Marktwert zu verkaufen und verhängte, trotz dem Widerstand zahlreicher EU-Mitgliedsstaaten, vorübergehend Strafzölle gegen chinesische Hersteller. Kritiker der Strafzölle betonten vor allem, dass diese mit einem Nachfragerückgang nach Solarmodulen einhergehen würden, was alleine in Deutschland tausende Jobs kosten könnte.

Frank Asbeck, der Chef des angeschlagenen Solarunternehmens Solarworld, hält dagegen weiterhin an den Schutzzöllen fest. Aus seiner Sicht sei dies die einzige Möglichkeit die einheimische Solarindustrie zu schützen. Den Solarstreit sieht Asbeck dabei nur als Spitze einer unfairen chinesischen Handelsoffensive, die sich schon bald auch auf weitere Bereiche ausdehnen könnte. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte Asbeck: „Die Regierung muss diesem Monopolstreben die rote Karte zeigen und dagegen halten. Und zwar sofort. Sonst rollt Peking eine Industrie nach der anderen auf. Zuerst Solar, dann Maschinenbau, Telekommunikation und die Autobranche.“

Das von Frank Asbeck gegründete Solarunternehmen „Solarworld“ litt in den letzten Jahren und Monaten stark unter dem Druck der chinesischen Konkurrenz und ist mittlerweile hoch verschuldet. Derzeit ist das Unternehmen mit einem Schuldenberg von rund 900 Millionen Euro konfrontiert. Ein Rettungsplan für das angeschlagene Unternehmen, der sich unter anderem auf einen neuen Investor aus Katar stützt, existiert aber bereits.


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