Solarenergie


Solarenergie

Die Solartechnik ist neben der Windkraft einer der wichtigsten Bestandteile der erneuerbaren Energien. In Deutschland ist die Solarbranche bereits seit einigen Jahren erfolgreich aktiv, doch besonders seit im vergangenen Sommer beschlossen wurde, dass die Bunderepublik komplett aus der Atomkraft austreten wird und die so genannte Energiewende eingeleitet wurde, hat die Branche der Erneuerbaren an Wichtigkeit gewonnen. Deutschlandweit ist die Solarenergie an erster Stelle mit dabei. Allein die Windkraftbranche kann mehr Erfolge verzeichnen. Doch Experten sind sich sicher, dass auch die Solarenergie einen besonders hohen Anteil am Erfolg der Energiewende tragen wird.

Deutschland an sich, würde man meinen, ist nicht das idealste Land für Solaranlagen. Man bedenke nur die vielen verregneten Sommer, die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Wie soll denn da bitteschön durch Sonnenstrahlen ausreichend Energie gewonnen werden, um ein ganzes Volk zu versorgen. Doch man soll sich wundern, denn in Deutschland scheint öfter die Sonne, als man es meint. Besonders im Süden des Landes und in den neuen Bundesländern sind Solarparks zu einem normalen Bild in der Landschaft geworden. Zudem gibt es kaum noch ein Dorf oder einen Ort in Deutschland, wo kein Dach von einem Solarmodul geziert wird. An die Versorgung durch Solarenergie haben sich nämlich nicht nur die großen Unternehmen gemacht, sondern sie wird auch durch viele Privathaushalte oder kleine und mittelständische Betriebe genutzt.

Die grobe Einteilung

Die Solartechnik lässt sich in einige kleine Unterklassen unterteilen. Was die Gewinnung von Energie durch Sonnenstrahlen angeht, so gibt es beispielsweise Sonnenkollektoren, Solarzellen oder Sonnenwärmekraftwerke. Sonnenkollektoren werden besonders für die Gewinnung von Wärme genutzt. Diesen Bereich bezeichnet mal als Solarthermie oder Photothermik. Des Weiteren sorgen Sonnenwärmekraftwerke dafür, dass mit Hilfe von Wärme und Wasserdampf elektrischer Strom gewonnen wird. Die bekannteste und verbreitetste Form ist jedoch die Photovoltaik, bei der mit Hilfe von Solarzellen elektrischer Gleichstrom erzeugt wird.

Solarmodule dieser Art sind mittlerweile bereits auf vielen Häuserdächern zu finden. Gerade Bauern nutzen die weiten Flächen der Dächer ihrer Scheunen und Ställe für die Installation solcher Solarzellen. Den Strom, der aus diesen Zellen gewonnen wird, nutzen viele selbst, doch es gibt auch die Möglichkeit, den Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. In einem solchen Fall erhält der Produzent eine Einspeisevergütung, die durch das EEG, das Erneuerbare Energien Gesetz, festgelegt ist.

Das EEG und die Solarenergie

Am 1. April trat das EEG in Deutschland das erste Mal in Kraft. Mit Hilfe dieses Gesetzes soll die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz geregelt werden und den Erzeugern eine feste Einspeisevergütung garantieren. Gerade im Bereich der Photovoltaik nahmen viele Erzeuger diese Vergütung von Anfang an in Kauf. Sie wird als der kostenaufwändigste Teil der erneuerbaren Energien bezeichnet. Die Einspeisevergütungen waren für die Zeit vorgesehen, die die Branche braucht, um sich am Markt zu etablieren. Da dies jedoch sehr viel schneller geschah, als es zunächst erwartet worden war, wurde die Förderung immer weiter herabgesetzt, zum Leidwesen der Branche.

Den größten Einschnitt gab es erst vor kurzem, im April dieses Jahres. Der damalige Umweltminister Norbert Röttgen von der CDU und Wirtschaftsminister Philipp Rösler hatten beschlossen, dass die Subventionen, die Solarzellenbetreiber vom Staat erhalten, um bis zu 30 Prozent gekürzt werden sollen. Dieser Entwurf wurde kurze Zeit später von der Regierung bewilligt. Ein Aufschrei ging durch die gesamte Solarbranche, denn man sah sich um sein Geld betrogen. Besonders Unternehmen, die lange im Voraus geplant hatten, mussten sehen, wie sie ihr Kapital zusammen hielten und es dauerte nicht lange,  bis es zu Insolvenzen kam, sogar im Bereich der Marktführer. Doch gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben unter der Änderung des Gesetzes zu leiden. In der Tat ist es nämlich so, dass der Bereich der Solarenergie eine Planung im Voraus benötigt und viele so ihre Pläne wohl nicht mehr durchführen können, nun nachdem die Einspeisevergütung gekürzt worden ist.

Monatelang wurde in den Medien in Bezug auf die Solarbranche über kaum etwas anderes gesprochen und man wartete nur noch auf die Bewilligung des Bundesrates im Mai. Die Ministerpräsidenten einiger ostdeutscher Bundesländer, die besonders unter den Einschnitten zu leiden haben, kündigten bereits im Vorfeld an, den Entschlüssen Steine in den Weg legen zu wollen. Die Mehrheit, die dann im Bundesrat tatsächlich gegen die Kürzungen stimmte, war überraschend groß. Nun sieht sich die Regierung dazu gezwungen, den Vermittlungsausschuss darüber entscheiden zu lassen, was mit den Kürzungen passieren soll. Ganz rückgängig machen lassen diese sich nicht, doch im Ausschuss kann zumindest darüber diskutiert werden, inwiefern sie abgeschwächt werden können.

Weitere Probleme der Solarbranche

Doch die Kürzungen der Solarförderungen sind nicht die einzigen Probleme, mit denen die Branche zu kämpfen hat. Allgemein geht es in diesem Bereich schon seit einiger Zeit nicht mehr so stark voran wie noch zu Beginn des Solarbooms. Schuld daran ist die Lage auf dem Markt. Besonders asiatische Unternehmen werben viele Kunden mit ihren Dumpingpreisen ab und darunter hat der europäische Markt ganz besonders zu leiden. Erst vor kurzem haben die USA in Folge dieser Entwicklung erhebliche Dumpingzölle für Waren aus China beschlossen, damit der Markt wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Ob es der deutschen Solarbranche hilft, ist fraglich, denn diese ist gehörig angeschlagen. Die großen Marktführer wie beispielsweise der Konzern Q Cells aus Sachsen-Anhalt mussten bereits Insolvenz anmelden. Hier stehen tausende an Arbeitsplätzen auf dem Spiel. Eigentlich hatte die Branche ja unter anderem dazu dienen sollen, besonders viele Arbeitsplätze zu schaffen.

Photovoltaikanlage für das eigene Haus

In den letzten Jahren konnte, in Folge der staatlichen Förderung, ein wahrer Solarboom verzeichnet werden. Zahlreiche Hausbesitzer haben sich dazu entschieden auf ihrem Haus eine Photovoltaikanlage zu bauen und ihren eigenen Solarstrom zu produzieren. Auch heute ist eine entsprechende Anlage noch sehr lukrativ. Gerade im Hinblick auf die, durch die EEG-Umlagen mitbedingten, stetigen Strompreiserhöhungen, kann es sinnvoll sein selbst schon auf grüne Energie umzustellen und diese in Form von Solarstrom selbst zu produzieren. Langfristig macht man mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach nahezu immer Gewinn. Wer die anfallenden Kosten, die Einnahmen und den Gewinn, der mit einer möglichen (oder bereits bestehende Photovoltaikanlage) einhergeht, für die nächsten Jahre genau ausrechnen möchte, findet im Netz einen zuverlässigen Photovoltaik Rechner, der entsprechende Daten liefert. So ist es jedem möglich Kosten und Gewinne zu kalkulieren.

Blick in die Zukunft

Wie es um die deutsche Solarbranche steht, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, doch klar ist schon jetzt, dass andere Länder massiv aufholen werden. Das Beispiel der deutschen Energiewende hat bereits weltweit seine Kreise gezogen und viele Länder eifern diesem Vorbild nach. Besonders die Länder in Südeuropa und Nordafrika, denen es wirtschaftlich nicht allzu gut geht, finden Gefallen an der Idee des Solarbooms. Die Voraussetzungen sind hier wie geschaffen, denn an Sonne gibt es in diesen Ländern wirklich mehr als genug. Ein Beispiel hierfür ist das griechische Projekt Helios, das dem Land aus seiner finanziellen Misere helfen soll. Wenn sich genug Investoren für dieses und andere Projekte finden, so wird die Branche der Solarenergie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wahrscheinlich immer weiter boomen.