Solaranlagen – ein Risiko im Brandfall

Sandra 1. September 2012 0


Das traditionelle Bild bei einem Gebäudebrand ist, dass die Feuerwehren parallel Wasser in offene Fenster und auf das Dach schießen. So lassen sich selbst größere Hausbrände sehr effektiv löschen. Doch an Gebäuden mit Solaranlagen ist das nicht möglich. Dazu tragen gleich mehrere Faktoren bei.

Das erste Problem ist, dass bei großflächigen Solaranlagen die einzelnen Module „auf Stoß“ verbaut werden. Dadurch entsteht eine geschlossene wasserdichte Fläche. Die Brandexperten empfehlen deshalb, zwischen den Modulen Zwischenräume mit Hilfe von Abstandhaltern zu lassen. Die Distanzen, die zwischen der Photovoltaik-Technik oder der solarthermischen Technik und dem Dach an vielen Stellen verbleiben müssen, funktionieren wie ein Schornstein und fachen das Feuer noch zusätzlich an.

Doch ein weitaus größeres Risiko ergibt sich für die im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute dadurch, dass sich Solaranlagen nicht einfach abschalten lassen. Selbst wenn die Verbindung an der Einspeisestelle zum öffentlichen Netz gekappt wird, ist in der gesamten Anlage noch Spannung vorhanden. Noch gibt es keine Bauvorschriften, nach denen die Lage der Kabel von der Anlage zur Übergabestelle in den Architektenunterlagen vermerkt werden muss.

Und das wiederum hat zur Folge, dass die Feuerwehrleute ein erhebliches Risiko eingehen, wenn sie versuchen, einen Gebäudebrand auf die einfachste Weise, nämlich mit Wasser zu löschen. Das gilt sowohl für den Dachbereich als auch das Gebäudeinnere. Die Kabel von der Solaranlage zum Wechselrichter an der Übergabestelle können sowohl im Haus als auch an der Außenseite verlegt werden. Brandschutzexperten empfehlen deshalb immer, dass die Wechselrichter und die Trenner so nahe wie möglich an den Modulen angebracht werden, mit denen die erneuerbare Energie der Sonne genutzt wird.