Schweizer Politikerin kritisiert deutsche Energiewende

Tim 3. Oktober 2013 0


Die Energiewende schreitet voran. Noch nie wurde in Deutschland so viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wie heute. Das hat auch einen Einfluss auf den gesamten europäischen Strommarkt, denn wenn in Deutschland bei viel Sonne und Wind zu viel Ökostrom produziert wird, fließt der Strom in andere Länder ab – und drückt dort die Preise.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard hat eine harsche Kritik an der deutschen Energiewende geübt. Grund hierfür ist der massive Stromexport zu Spitzenproduktionszeiten. Dieser tritt bedingt durch den Ausbau von Solar- und Windenergieanlagen vor allem zur Mittagszeit und bei starkem Wind auf. Die daraus resultierende Überproduktion hat zur Folge, dass der Strom in andere europäische Länder abfließt – und dort den Strompreis drückt.

Die Schweiz trifft dies besonders hart, da Schweizer Atomkraftwerke Strom wesentlich teurer produzieren als er von Deutschland gekauft werden kann. Noch brisanter ist die Lage dagegen für die Pumpspeicherkraftwerke in den Schweizer Bergen. Dort wird seit vielen Jahren nachts Wasser in die Speicherseen gepumpt, um dieses zu Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit zur Stromgewinnung nutzen zu können. Durch den günstigen, mittags produzierten, deutschen Solarstrom ist auch dieses Vorgehen nicht mehr rentabel.

In diesem Zusammenhang ist auch die Aussage der Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard zu verstehen: „Die Deutschen machen einiges kaputt.“ Jetzt will Leuthard nach Brüssel reisen, um die Lage mit Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) zu besprechen und womöglich ein Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU auszuhandeln.


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