Schließen sich erneuerbare Energien und Tourismus aus?

admin 19. Juni 2012 0


Im Moment laufen heftige Diskussionen um die Errichtung von Windparks in touristisch stark genutzten Regionen. Dass die lokalen Tourismusverbände dagegen Sturm laufen, ist durchaus zu verstehen, denn sie befürchten einen Rückgang der Gästezahlen. Aber ein Blick in die Denkweise von „Otto Normalverbraucher“ zeigt, dass diese Ängste unbegründet sein dürften.

Neben einem Atommeiler würde wohl niemand gern Urlaub machen, weil unterschwellig Angst vor einem Supergau vorhanden ist. Und bei einem Kohlekraftwerk sind es vor allem die Abgase, die die Menschen von der Umgebung fern halten. Beides trifft aber auf die Nutzung der Windkraft nicht zu. Was kann dort schlimmstenfalls passieren? – Dass sich eines der Rotorblätter löst und herunter fällt. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, reichen schon sehr geringe Distanzen aus. Und selbst die minimale Geräuschemission ist schon ein paar Hundert Mete weiter nicht mehr zu hören. Die Windkraft ist also keine Gefahr für den Tourismus.

 

Dass erneuerbare Energien den Tourismus sogar fördern können, das zeigen die vielen deutschen Talsperren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Schluchsee, wo gleich fünf Turbinenstationen Strom aus Wasserkraft erzeugen. Seine Staumauer ist 63,5 Meter hoch und hat den Wasserspiegel des einstigen Natursees bereits um 30 Meter erhöht.

 

Daraus ist ein wunderschönes Feriengebiet im Hochschwarzwald entstanden, in dem auch verschiedene Arten von Wassersport möglich sind. Im Jahr 1983 musste der See zu Kontrollzwecken fast vollständig geleert werden. Den Umsätzen der Tourismusindustrie tat das keinen Abbruch, denn zu diesem Zeitpunkt kamen die Neugierigen, die die in den Fluten verschwundenen Gebäude in Augenschein nehmen wollten. Lediglich die oftmals im Sommer notwendige Absenkung des Wasserspiegels aus wirtschaftlichen Gründen bereitet dem Tourismusverband etwas Sorge.