Regenerativkraft ist gut für die Gesundheit

Daniel Reissmann 15. September 2015 0


Geht es um die Reduktion von schädlichen Treibhausgasen, steht zumeist der Klimaschutz im Vordergrund. Doch die positiven Effekte auf die menschliche und tierische Gesundheit sollten auch nicht unterschätzt werden. Eine aktuelle Studie der renommierten US-Hochschule Harvard University hat nun erstmals die potentiellen Einsparungen für bestimmte Regionen bei einem Ausbau CO2-ärmerer Technologien untersucht. Die möglichen Kostenvorteile sind teils überraschend hoch, weshalb die Volkswirtschaft, insbesondere die Gesundheitssysteme, in hohem Maße profitieren könnte.

Bioenergie

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Millionenschwere Einsparungen

Die Harvard Studie untersuchte in einem komplexen Systemmodell, welchen finanziellen Einfluss erneuerbare Energien beziehungsweise eine erhöhte Energieeffizienz auf das Gesundheitssystem und den Klimaschutz haben. Dabei wurden sechs bestimmte Regionen in den USA untersucht. Diese liegen an den unteren Großen Seen und in Mid-Atlantic. Im Ergebnis zeigte sich, dass sich im Jahr – je nach regionalen Rahmenbedingungen – 5,7 bis 2010 Millionen US-Dollar einsparen lassen. Derartige Berechnungen sind nicht neu, allerdings bisher zumeist für die Klimaschutzeffekte durchgeführt wurden. Nun wurden auch die finanziellen Vorteile für das Gesundheitssystem integriert und nicht nur annähernd, sondern detailliert berechnet.

Sehr hohe CO2-Konzentrationen können zum Tod führen

Auch wenn CO2 ein natürlich vorkommendes Gas ist, kann es in erhöhten Konzentrationen erhebliche Gesundheitsauswirkungen haben. Schon bei Konzentrationen von 5 Prozent kommt es zu Schwindel und Kopfschmerzen, bei Konzentrationen über 20 Prozent tritt nach Bewusstlosigkeit meist sehr schnell der Tod ein. Derartige Konzentrationen sind allerdings durch fossile Kraftwerke kaum zu erwarten, außer man befindet sich direkt im Abgasstrom. Nichtdestotrotz sorgen auch andere Schadstoffe der konventionellen Energiewirtschaft für erhebliche gesundheitliche Probleme. Schwefeldioxid, Stickoxide, giftige Metalle oder Feinstaub sind nur eine Auswahl an Schadstoffen, die ein Kohlekraftwerk absondert.

Greenpeace Studie von 2013 bereits mit alarmierenden Zahlen

Schon im Jahr 2013 legte eine Studie von Greenpeace nahe, wie schädlich Kohlekraftwerke für die Gesundheit sind. Die Untersuchung basierte auf dem EcoSense Computermodell des Instituts für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart. Dabei wurden 67 deutsche Steinkohlekraftwerke und 140 Braunkohlemeiler untersucht – Basis bildeten die Emissionen des Jahres 2010. Insbesondere die Braunkohlekraftwerke sind gesundheitsgefährlich. In Summe hätten die Kohlemeiler allein im Jahr 2010 zu 3100 verfrühten Todesfällen geführt, so die Greenpeace Studie. Monetär, so eine weitere Studie von europaweiten Umwelt- und Gesundheitsverbänden, würde die Kohleverstromung Deutschlands Gesundheitssysteme mit bis zu sechs Milliarden Euro jährlich belasten. Eine Regionalanalyse, wie die der Harvard University, existiert für Deutschland bislang noch nicht. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass auch in deutschen Regionen enorme Kostenersparnisse für das öffentliche Gesundheitssystem resultieren können, sollten die erneuerbaren Energien sukzessive die schmutzigen Kohlemeiler und gefährlichen Atomkraftwerke ersetzen.


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