Reale Strompreisbremse oder politische Illusion?

Daniel Reissmann 8. Januar 2014 0


Es ist eines der meist diskutierten Probleme der Energiewende. Der Anstieg des Strompreises der in jüngster Vergangenheit beinahe an eine Kostenexplosion grenzt. Geht man von einem durchschnittlichen Drei-Personen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr aus. So stieg der durchschnittliche Preis für Elektrizität von ca. 17 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 1998 auf über 28 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2013. Ein enormer Anstieg um beinahe 65 Prozent zum Basisjahr 1998. Besonders stark war der Anstieg seit 2007. Eine Korrelation mit der Förderung durch das EEG ist daher nicht zu übersehen. Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, persönlich für eine Kostenbegrenzung zu sorgen, insbesondere durch eine deutliche Senkung der EEG-Umlage. Ob das möglich ist hinterfragt eine noch nicht veröffentlichte Studie. Das Ergebnis ist ernüchternd.

© Eisenhans - Fotolia.com

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McKinsey Experten sehen kaum eine Möglichkeit den Strompreis zu senken

Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer bisher unveröffentlichten Studie untersucht inwieweit sich der Strompreis durch, die von der Politik vorgeschlagenen Mittel, reduzieren lässt. Die WELT hat dazu berichtet. In dem Artikel heißt es, dass bei einer Reduzierung der Windstromvergütung um 15 Prozent in 2014 und 2015, die EEG-Umlage gerade einmal um knapp 0,03 Cent pro Kilowattstunde sinken wird. Die Verfasser des McKinsey Berichts sehen eine vielfach höhere Chance zur Kostensenkung darin, die Dynamik der Energiewende auf den Strompreis zu unterbinden. Das heißt im Klartext, dass vor allem die Folgekosten der erneuerbaren Energien im Netzausbau und der Reserveleistung begrenzt werden müssen. Besonders kurios ist, dass die Analyse von McKinsey gar zu dem Ergebnis kommt das ein völliger Ausbaustopp der erneuerbaren Energien von heute auf morgen eine Senkung der EEG-Umlage von lediglich 0,7 Cent pro Kilowattstunde bewirkt. Auch in der viel diskutierten Aufhebung der Industrierabatte sehen die Experten keine Option. Zwar würde die EEG-Umlage im Jahr 2015 dadurch um 1,8 Cent sinken, doch der Wegfall der Rabatte würde die internationale Wettbewerbsfähigkeit einiger großer deutscher Firmen stark beschädigen und zu Entlassungen führen.


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