Reaktor in Grundremmingen nach technischem Problem abgeschaltet

admin 11. Dezember 2012 0


Aufgrund eines defekten Messstutzens musste der Block C des Atommeilers Grundremmingen stillgelegt werden. Bisher gibt es noch keine genauen Angaben wann der Reaktor wieder hochgefahren wird. Weder Umgebung noch Personal war gefährdet. Laut einem Sprecher hatte es sich bei der Abschaltung nicht um eine Reaktorschnellabschaltung gehandelt. Das Leck wurde in der Nacht zum Montag von Mitarbeitern entdeckt. Es liegt noch kein technischer Befund dar, weshalb noch nicht feststeht, ob es sich hierbei um ein meldepflichtiges Ereignis handelt.

Grundremmingen ist ein bereits 28 Jahre laufender Atommeiler. Er zählt zu den leistungsstärksten in Deutschland und produziert mit seinen zwei Siedewasserreaktoren Block B und Block C  jeweils 1244 Megawatt. Die Anlage gehört zu 75 Prozent dem Energieunternehmen RWE. Die restlichen 25 Prozent gehören E.on. Der Block B soll bis zum Jahr 2017 betrieben werden und dann vom Netz entfernt werden. Der Block C soll 2021 folgen. Momentan produziert das Kraftwerk fast ein Drittel des bayrischen Energiebedarfes.

Raimund Kamm, Grundremmingen-Kritiker und früherer Grünen-Politiker, fordert eine schnellstmögliche Aufklärung der Ereignisse. In den letzten Jahren kam es verhäuft zu technischen Problemen und aufgrund der verhältnismäßig hohen Risiken besitzt der Meiler keine ausreichende Haftpflichtversicherung. Da eine Auswertung des Vorfalls noch nicht abgeschlossen ist, wird es wohl noch dauern, bis sich herausstellt, ob dieser in das nationale und internationale Meldesystem eingeordnet werden muss.