Potentiale durch erhöhte Energieeffizienz

Daniel Reissmann 5. Januar 2015 0


Die Einsparung schädlicher Treibhausgasemissionen ist neben der Umstellung auf klimaneutrale Energieträger auch durch eine erhöhte Effizienz im Umgang mit Energie möglich. Verschiedenste Programme der Bundesregierung fördern Maßnahmen in die Verbesserung der Energieeffizienz, insbesondere bei Gebäuden. Das Interesse an einer energieeffizienteren Gesellschaft ist nicht zuletzt deshalb so groß, weil die Potentiale zur Einsparung von Energie sehr hoch sind. Verschiedene Studien haben sich schon mit der Thematik befasst, dabei verkünden die Ergebnisse eine eindeutige Botschaft: Energieeffizienz ist wichtig und notwendig!

© jonasginter - Fotolia.com

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Energieeinsparung von zehn Kernkraftwerken jährlich

Grundsätzlich ist die Energieeffizienz eine gängige Form der Energieeinsparung. Neben der effizienteren Nutzung von Energie kann diese allerdings auch durch diverse Verhaltensänderungen gespart werden, triviale Beispiele sind die Reduktion der Benutzung elektrischer Geräte oder sparsameres Heizverhalten, insbesondere in wärmeren Jahreszeiten. Laut  einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) ist es möglich, durch eine Steigerung der Energieeffizienz in den Sektoren Gebäude, Transport und Industrie etwa 17 bis 33 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs bis 2050 einzusparen. In Deutschland, so eine Studie der Deutschen Unternehmensinitiative für Energieeffizienz (DENEFF), können bis 2020 jährlich 68,3 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Energieeffizienz eingespart werden, dies ist das Äquivalent der Jahresproduktion von etwa zehn Kernkraftwerken.

Energieeffizienz als zentraler Baustein der Energiewende

Schon seit geraumer Zeit fordern Energieexperten die Verbesserung der Energieeffizienz und damit die Energieeinsparung als zentralen Baustein in die Energiewende zu integrieren. Von der Politik werden daher entsprechende Anreizmechanismen gefordert, um den deutschen Energieverbrauch zu reduzieren. Positiver Nebeneffekt wäre, dass bei einem geringeren Energieverbrauch auch die Notwendigkeit an neuen Erzeugungs- Speicher- und Netzkapazitäten sinken würde, was zu einer erheblichen Kostenersparnis führt. Erste Energieeinsparinitiativen existieren schon seit einiger Zeit. Allen voran, die Energieeinsparverordnung, welche die gesetzlichen Grundlagen schafft. Bekannte Maßnahmen, die sich bereits in der Umsetzung befinden, sind beispielsweise der Energieausweis für Gebäude oder das EU-Energielabel, welches über die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten informiert. Für Aufregung sorgte zuletzt die Umstellung von Glühbirnen auf Energiesparlampen, die im Zuge einer Verbesserung der Energieeffizienz beim Endverbraucher vor einigen Jahren umgesetzt wurde.

Auch künftige Programme widmen sich der Energieeffizienz

Zum 1. Januar 2015 starten nun zwei neue Programme, welche das große Potential im Bereich Energieeffizienz weiter erschließen sollen. Dabei handelt es sich um Programme zur Förderung von kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken und zur Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen, sogenannter KMU. „Wir halten Wort. Wie im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz angekündigt, haben wir nun die ersten Sofortmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz pünktlich auf den Weg gebracht. Durch die neuen Programme setzen wir wirksame Impulse für das Energiesparen bei KMU und Kommunen. Nach dem erfolgreichen Vorbild von Effizienz-Netzwerken bei Unternehmen soll unter anderem auch die Bildung von kommunalen Energieeffizienznetzwerken angeregt und verbessert werden.”, kommentierte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die neuen Programme. Kommunen und KMU kommen im Rahmen der Energiewende besonders wichtige Rollen zu. So ergeben sich für beide Akteursgruppen neue Chancen und Herausforderungen, welche auch die Energieeffizienz betreffen. Für Unternehmen sind beispielsweise Netzwerke von Interesse, da durch eine intelligente Vernetzung verschiedener Wertschöpfungsketten Kaskadennutzungen möglich werden. Hier lassen sich, neben Energie, auch andere Ressourcen einsparen. Für Kommunen ergeben sich ähnliche Möglichkeiten durch die Netzwerkbildung.

Effizienzprogramme und Vorgaben wirken

Dass die Programme und Initiativen wirken, zeigen schon heute einige Beispiele. Einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge, verbrauchen aktuelle Staubsaugermodelle weitaus weniger als die EU-Ökodesign-Richtlinie vorgibt. Dazu befragte die dena fünf große Staubsaugerhersteller. Es ergab sich, dass ein großer Teil der Modelle im Sortiment der Hersteller weniger als 1.000 Watt verbrauchen. Vor wenigen Jahren waren vor allem Staubsauger noch wahre Energieschlucker. So zeigt sich bereits jetzt, dass die Vorgaben der EU und der Bundesregierung zwar als Initialzündung notwendig sind, die Hersteller im Nachhinein allerdings erkannt haben, das effizientere Designs auch ohne gesetzliche Reglementierung sinnvoll sind, was sich in den guten Verbrauchswerten der Modelle zeigt. Die Europäische Kommission hofft, dass bis 2020 rund 19 Terrawattstunden Strom durch effizientere Staubsauger eingespart werden können. Der Innovationsschub, den man beispielhaft an der Staubsaugerbranche sieht, ist für den Verbraucher durchaus profitabel. So erhält der Verbraucher das gewünschte Produkt in gewünschter Qualität und kann zudem von einem geringeren Stromverbrauch im Zuge der erhöhten Effizienz profitieren. Die Energiewende ist auch verbrauchsseitig in vollem Gange, was sich an den Bestrebungen zur Energieeffizienz zeigt. Trotzdem besteht auch in diesem Bereich noch erhebliches Potential, sodass Deutschlands Energieverbrauch auch künftig noch weiter sinken wird.


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