Pilotprojekt: Siemens testet neuartige Elektrolyse-Technologie

Daniel Reissmann 14. Juli 2014 0


Bei der künftigen Speicherung überschüssigen Stroms aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen wird dem Speichermedium Wasserstoff und der Umwandlungstechnik Elektrolyse ein hohes Potential zugesprochen. Vor allem der deutsche Technologiekonzern betreibt vielerlei Aktivitäten im Bereich der Wasserstoffspeicherung. Das Unternehmen unterhält dafür einen eigenen Bereich namens Hydrogen Solutions. Im Frühjahr 2015 startet Siemens zusammen mit Linde und den Mainzer Stadtwerken ein neues großes Wasserstoff-Forschungsprojekt, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Dabei soll eine neue Technik erprobt werden, welche zahlreiche Vorteile gegenüber der konventionellen Elektrolyse haben soll.

© apops - Fotolia.com

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PEM-Elektrolyse als neues Verfahren

Gaëlle Hotellier, Leiterin der Abteilung Hydrogen Solutions bei Siemens ist sich sicher, dass das Projekt ein Erfolg wird. „Wir haben vor Ort einen Anschluss zu einem Zehn-Megawatt-Windpark. Wir haben 1000 Kilo Speicherung oder 33 Megawattstunden. Unser Ziel sind 200 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Wir haben alle Optionen: Wir können einspeisen in eine Gaspipeline, oder den Wasserstoff über LKWs zur Wasserstofftankstelle bringen“, sagte sie beispielsweise bei einer Wasserstoffkonferenz des Deutsch-französischen Büros für erneuerbare Energien. Inhaltlich geht es um den künftigen Energiepark Mainz, in welchem drei Standardsysteme von Siemens mit etwa 2,1 Megawatt Peak Leistung aufgebaut werden sollen. Die neue Umwandlungsmethode, die zum Einsatz kommen soll, nennt sich Proton-Austausch-Membran (PEM) Elektrolyse. Gegenüber den bisherigen Methoden, die vor allem auf Alkalisäure basieren bietet die PEM-Elektrolyse einige Vorteile. So erzielt man mittels PEM eine hohe Dynamik durch einen 10-prozentigen Leistungszuwachs pro Sekunde. Zudem werden Kaltstarts möglich, was wiederrum Energie und Zeit einspart. Weiterhin haben Anlagen die mit PEM-Elektrolyse fahren eine höhere Lebensdauer, obwohl die bekannten Probleme mit Korrosion auch hier nicht völlig zu vermeiden sind. Laut Hotellier setzt Siemens vor allem aus Gründen der Netzstabilität auf Wasserstoffspeicher. Insbesondere bei der Speicherung von hohen Energiemengen sticht Wasserstoff heraus, so Hotellier. Bei der Konferenz meinte sie zum Wasserstoff als Speichermedium abschließend: „er birgt aber einen großen Vorteil: ab dem Moment, wo Sie über Speicherung im großen Maßstab über zehn Gigawatt sprechen, haben Sie nicht viele Optionen. Und da sticht Wasserstoff raus. […] Siemens ist überzeugt, dass die Elektrolyse ein Kernelement zur Flexibilisierung ist.“


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