Onshore-Windenergie wird immer effektiver – Umweltbundesamt erwägt Förderstopp für Offshore-Windräder

admin 11. Juni 2013 0


Einer Studie des Umweltbundesamtes zufolge hat sich die Effizienz der Onshore-Windenergie an Land in den letzten Jahren weit besser entwickelt als erwartet. Onshore-Windenergie wird zunehmend wichtiger als Hochsee-Windräder. Das Umweltbundesamt fordert daher einen Förderstopp für die Offshore-Windparks.

Wie der Spiegel berichtet empfiehlt das Umweltbundesamt schon jetzt einen Förderstopp für Windräder auf hoher See. Im direkten Vergleich mit dem Ausbau der Onshore-Windkraft verlieren Windparks vor deutschen Küsten immer mehr an Boden. Während vor einigen Jahren die Prognosen für die Offshore-Windbranche noch wesentlich günstiger ausfielen als für die Onshore-Branche, haben sich die Vorzeichen nun umgekehrt. Der Ausbau der Windparkanlagen im Meer geht zunehmend schleppender voran, Windräder an Land erleben dagegen einen regelrechten Boom.

Laut der Studie könnte man in Deutschland Windräder mit einer Leistung von 1190 Gigawatt aufstellen. Auf die potentiell für Windräder nutzbare Landesfläche von 13,8 Prozent hochgerechnet würde dies eine jährliche Leistung von bis zu 2,9 Millionen Gigawattstunden ergeben, was den Strombedarf der Bundesrepublik um das Vierfache übersteigen würde. Das Ziel sei es aber natürlich nicht mehr als ein Zehntel der Fläche Deutschlands mit Windrädern zuzupflastern. Dennoch gibt es heute noch zahlreiche ungenutzte Flächen, die sich hervorragend für das Aufstellen von Windrädern eignen würden. Zahlreiche Bundesländer haben dem Bau von neuen Windparks auf ihrer Landesfläche bereits zugestimmt.

Die Onshore-Windkraft dürfte in den nächsten Jahren folglich eine wesentlich größere Rolle im Energiemix einnehmen als gedacht. Diese Entwicklung wirft die Frage auf wie der Ausbau der zunehmend ineffizienteren Offshore-Windenergie weiter gehen soll. Zwar will das Umweltbundesamt in der Zukunft keineswegs auf Hochsee-Windräder verzichten, stellen diese doch nach wie vor einen wichtigen Teil des Energiemixes dar, eine Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz erweist sich jedoch als impraktikabel. Vielmehr müsse man nach alternativen Fördermethoden Ausschau halten.


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