Offshore-Windkraft: Prognosen der Bundesregierung zu optimistisch?

Tim 8. Oktober 2013 0


Wie aus einem Interview des Hamburger Abendblattes mit Nico Nolte, Leiter des Referats Ordnung des Meeres beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hervorgeht, hält dieser die Prognosen der Bundesregierung für den Ausbau der Offshore Windkraft bis 2020 für zu optimistisch. Dennoch sei die Offshore Windenergie ein wichtiger Teil der Energiewende.

Wind park

© F.Schmidt – Fotolia.com

In den letzten Jahren ist die Offshore-Branche in Deutschland zunehmend in Misskredit geraten. Schwierigkeiten beim Bau, fehlende Netzanschlüsse an Land und hohe Baukosten boten viel Raum für Skepsis. Nico Nolte, Leiter des Referats Ordnung des Meeres beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg, hält die Offshore-Windkraft dennoch für einen wichtigen Teil der Energiewende. Viele Anfangsschwierigkeiten seien bereits überwunden, sodass der Ausbau in den nächsten Jahren schneller voranschreiten dürfte.

Windparks auf dem Meer sind in ihrer Errichtung zwar wesentlich teurer als auf Land, können dafür aber mit einem zuverlässigeren und stetigeren Stromertrag punkten. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt sagte Note: „Offshore-Windparks liefern einen zuverlässigen und stetigen Stromertrag, der wesentlich größer ist als bei Windparks mit einer vergleichbaren Zahl von Anlagen an Land. Gute Standorte an Land ermöglichen im Jahr etwa 2500 Betriebsstunden unter Volllast. Bei Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee, das hat das Testfeld “Alpha Ventus” seit 2009 gezeigt, sind es mehr als 4000 Volllaststunden.“

Bis 2020 sind nach Meinung des Experten 7000 bis 8000 Megawatt Nennleistung realistisch. Die installierte Leistung würde damit allerdings unter den Prognosen der Bunderegierung liegen. Die Regierung geht derzeit von 10.000 Megawatt installierter Offshore Leistung bis 2020 in Deutschland aus.


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