Ökosystemdienstleistungen und ihre Rolle im Kontext der Energiewende

Daniel Reissmann 11. März 2014 0


Mit dem Begriff Dienstleistungen abstrahieren viele Menschen im ersten Moment vor allem Handwerker, Berater oder vielleicht Banken. An die Natur, insbesondere die natürlichen Ökosysteme, wird nur von Wenigen gedacht. Dabei sind vor allem die Dienstleistungen die uns die naturnahen Ökosysteme einbringen essentiell für das menschliche, sowie auch das gesamte Leben auf unserem Planeten. Im Speziellen handelt es sich dabei um Dienstleistungen wie beispielsweise die Luftreinigung und Sauerstofferzeugung durch Pflanzen, die Bereitstellung von nutzbarem Trink- und Brauchwasser durch die natürliche Filtration oder den Niederschlag, sowie triviale Aspekte wie eine ansprechende Landschaft. Im Zuge der Energiewende werden diese Ökosystemdienstleistungen beansprucht. Ein Aspekt der in der öffentlichen Diskussion allzu gern untergeht.

Bioenergie

© Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Bewusstseinsbildung und Klärung im Vorfeld

Die Ökosystemdienstleistungen sind für viele Menschen selbstverständlich und werden daher kaum bewusst wahrgenommen. Dies zeigt sich auch in der aktuellen Debatte um die Auswirkungen der Energiewende, denn in dieser werden die Ökosysteme nur am Rand einbezogen. Zentral sind dagegen Kostenfragen, Effizienzkalküle und technologische Aspekte. Dabei beeinflusst insbesondere die Energieinfrastruktur die Ökosysteme und deren Dienstleistungen vehement. Zu nennen sind beispielsweise die Kühlwassernutzung oder die Wasserkraft allgemein. Das Ökosystem Fluss, wird dadurch stark beeinflusst. In Zukunft wird vor allem die Bioenergie im Fokus stehen. Unter anderem mit der Frage: Welche Konsequenzen haben zum Beispiel Monokulturen auf Feldern für den Boden und die Erosion der Böden? Ein anderes Beispiel stellen Speichersysteme dar. Für Druckluftspeicher beispielsweise sollen stillgelegte Salzstöcke dienen. Welche Auswirkungen dies auf die Grundwasserqualität oder die Stabilität des Erdreichs hat ist indes noch nicht ausreichend geklärt. Die Energiewende bringt offensichtlich auch für die Ökosysteme eine Vielzahl von, nicht unerheblichen, Fragen mit sich. Diese sollten im Vorfeld geklärt werden, sodass eine Vernachlässigung der Ökosysteme nicht zur gleichen Problematik wie bei den konventionellen Energien momentan führt. So wurden vermutlich die naturräumlichen Auswirkungen der Endlagersuche für Atommüll im Vorfeld kaum betrachtet.


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