Niedersachsen setzt sich hohe Ziele bei der Energiepolitik

admin 7. Juli 2012 0


Es ist in der Flut der Nachrichten fast untergegangen, was der Ministerpräsident von Niedersachsen für Vorstellungen zur weiteren Entwicklung der Energiepolitik hat. Und diese gehen weit über die Ziele der Bundesregierung und der Europäischen Union hinaus. Davis McAllister präsentierte ein Konzept, nach dem die in Niedersachsen ab 2020 produzierte und verbrauchte Energie zu neunzig Prozent als Quelle erneuerbare Energien verwendet.

Die technischen Schwerpunkte sieht das niedersächsische Landesoberhaupt vor allem bei Photovoltaik-Anlagen, bei Windkraft und dem Ausbau der Kraftwerke, in denen Biomasse verarbeitet wird. Den weitaus größten Anteil der Energielieferanten sollen die Windparks ausmachen. Praktisch ist hier, dass Niedersachsen zu den Bundesländern gehört, in denen die Errichtung von Windparks nicht nur an Land, sondern auch off shore möglich ist. Wie schnell der Ausbau hier voran schreitet, zeigt eine bemerkenswerte Zahl an: In Niedersachsen sind im Jahr 2011 immerhin mehr als 180 neue Windräder in Betrieb genommen worden.

 

Bei seinem Konzept für erneuerbare Energie lässt McAllister aber auch die aktuell noch bestehenden technischen Probleme nicht außen vor. So denkt er beispielsweise über die gezielte Förderung der Erforschung von neuen Speichermedien nach, mit denen das zeit- und bedingungsabhängige Stromaufkommen für erneuerbare Energien gepuffert werden könnte.

 

Die Opposition im niedersächsischen Landtag stimmt dem Energiekonzept McAllisters vom Grundsatz her zu. Allerdings machte man einige Kritikpunkte geltend, die sehr nachvollziehbar sind. Dazu gehört auch der noch notwendige Ausbau der Hochleistungsnetze, über die der aus Windenergie erzeugte Strom über größere Distanzen möglichst verlustfrei transportiert werden kann. Hinzu kommt, dass die Opposition einwirft, dass die Bürger des eigenen Landes erst noch davon überzeugt werden müssen, dass das neue Energiekonzept auch wirklich Sinn macht.