Neue Studie zeigt Kostendegression bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen

Daniel Reissmann 15. November 2013 0


Obwohl der Strompreis für den Verbraucher seit geraumer Zeit kontinuierlich steigt, zeigen sich bei den Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien weiterhin starke Kostendegressionen. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg bestätigt diesen Trend. In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler die Stromgestehungskosten für diverse erneuerbare und konventionelle Energietechnologien, darunter Solarkraft, Windkraft, Strom aus Biogas, sowie Stein- und Braunkohlestrom und Elektrizität aus Erdgas. Neben dem Vergleich prognostizieren die Forscher in der Veröffentlichung auch die Kostenentwicklung für die Stromerzeugung der betrachteten Energiequellen bis in das Jahr 2030.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Erneuerbare werden zukünftig billiger als konventionelle Energien werden

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Kosten der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen weiterhin stark sinken. Den Anschluss an die Kosten der konventionellen Stromerzeugung haben die regenerativen Energien bereits erreicht. Bis 2030, so die Studie, werden Windkraftanlagen und Photovoltaik-Anlagen unter den Kosten fossiler Kraftwerke liegen. Für die Untersuchung betrachteten die Forscher verschiedene Photovoltaik-Anlagen an deutschen Standorten mit einer Globalstrahlung von 1.000 bis 1.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Im Ergebnis zeigte sich beispielsweise, dass kosteneffiziente PV-Freiflächenanlagen die in Süddeutschland errichtet werden, Stromgestehungskosten von 8 Cent pro Kilowattstunde erreichen.

Auch positives Fazit für die Onshore-Windkraft

Entgegen der politischen Forderung zu einer geringeren Förderung der Onshore-Windkraft, zeigen sich auch hier positive Kostendegressionseffekte. So produzieren Windkraftanlagen an sehr günstigen Standorten schon heute zu geringeren Kosten als fossile Kraftwerke. Onshore-Windkraftanlagen erzeugen im Schnitt Strom für 5 bis 11 Cent pro Kilowattstunde. Dagegen sind Offshore-Anlagen erheblich teurer. Sie erzeugen Strom für 12 bis 19 Cent pro Kilowattstunde und das sogar bei höheren Volllaststunden. Allerdings sehen die Wissenschaftler bei der Offshore-Windkraft das höchste Potential für weitere Kostensenkungen. Biogasanlagen produzieren im Vergleich zu den anderen erneuerbaren Energieträgern weiterhin am teuersten Strom. Je nach Auslastung und Brennstoffart kommen Biogasanlagen daher auf Kosten zwischen 14 und 22 Cent pro Kilowattstunde Strom.


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