Neue Studie: Eine Abschaffung der Bevorzugung des Eigenstromverbrauchs konventioneller Kraftwerke kann die EEG-Umlage stark senken

Daniel Reissmann 28. April 2014 0


Befürworter der Energiewende werden das Ergebnis der Studie, die Energy Brainpool im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace veröffentlicht hat, freuen. Denn im Gegensatz zur üblichen Rhetorik hat sich die Studie nicht damit beschäftigt wie stark Verbraucher den Ausbau der Energiewende mit finanzieren müssen, sondern wie wenig Betreiber konventioneller Anlagen weiterhin zur Kasse gebeten werden. So kommt die Studie letztlich zu dem Ergebnis, dass beispielsweise das Abschaffen der Bevorzugung des Eigenstromverbrauchs konventioneller Kraftwerke zu einer 12-prozentigen Senkung der EEG-Umlage führen würde.

© Eisenhans - Fotolia.com

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Entlastung für konventionelle und Belastung für erneuerbare Kraftwerke?

Die Studie wurde aus Kalkül in Auftrag gegeben. So wollen die beiden Umweltverbände, vor allem in Richtung Politik, deutlich machen, dass eine Bevorzugung des Eigenstromverbrauchs konventioneller Energieerzeugung die Energiewende ausbremst. Deshalb wird gefordert dies im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu ändern. Betrachtet man die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) so offenbaren sich teils widersprüchliche Ansätze. Obwohl es aus allen politischen Lagern das Bestreben zum Gelingen der Energiewende gibt, werden immer wieder regulatorische Hürden in den Weg gelegt. So hat Gabriel vorgeschlagen den Eigenstromverbrauch erneuerbarer Anlagen über die EEG-Umlage zu sanktionieren. Konventionelle Anlagen sollen allerdings weiterhin befreit bleiben. Daniela Setton, Energieexpertin beim BUND hält dies für absurd, so sagte sie in einem Interview: „Sigmar Gabriel führt die Energiewende ad absurdum: Kohle- und Atomkraftwerksbetreiber sollen weiter jährlich 2,6 Milliarden Euro für den Stromeigenverbrauch geschenkt kriegen, während für den selbst verbrauchten und sauberen Strom aus Anlagen für erneuerbare Energien in Zukunft EEG-Umlage gezahlt werden soll. […] Umweltministerin Barbara Hendricks will aus Gründen des Klimaschutzes Kohlestrom zurückdrängen. Dafür muss sie sich mit Gabriel anlegen, sonst verkommt das Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Subventionstopf für Umweltverschmutzer.“ Die Botschaft ist klar und soll mit der Studie sachlich unterlegt werden. Nun liegt es an Berlin für die richtigen Handlungen zu sorgen.


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