Neue Studie bestätigt das Potential von Genossenschaftsmodellen zur Belebung der Energiewende

Daniel Reissmann 6. November 2013 0


Eine aktuell veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Baker Tilly Roelfs in Zusammenarbeit mit fünf regionalen Energieversorgern sowie der Beteiligungsgesellschaft Stadt Solingen mbH und dem Institut für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster legt nahe, dass Genossenschaftsmodelle einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten können. Genossenschaftliche Bürgerbeteiligungsmodelle werden vor allem gern bei Projekten eingesetzt, bei denen die Anwohner unmittelbar betroffen sind, bei Windparks beispielsweise. Der Zugewinn sozialer Akzeptanz durch die Anwohner ist daher auch einer der Erfolgsfaktoren der Beteiligungsmodelle, so die Studie. Die Akzeptanz gewinnen die Genossenschaftsmodelle laut Studie vor allem durch die Berücksichtigung der individuellen Interessenlage vor Ort, vorausschauenden Strukturen und einer offenen und transparenten Kommunikation.

© jonasginter - Fotolia.com

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Bürger, Energieversorger und Kommunen werden wieder näher zusammen gebracht

Großer Vorteil der Beteiligungsmodelle ist das die verschiedenen Akteure wie beispielsweise Kommunen und Energieversorger wieder näher mit den Bürgern zusammen arbeiten. Dadurch lassen sich Projekte der Energiewende nicht nur gemeinsam finanzieren, sondern auch auf Augenhöhe erfolgreich umsetzen. Dass die Ziele der Energiewende abgeklärt sind ist weitgehend bekannt, allerdings herrscht über den Weg dorthin oft noch kein genaues Bild. Vor allem die Finanzierung stellt immer wieder ein Problem dar und führt letztlich zu Fehlkonstruktionen wie der EEG-Umlage. Auch dabei bieten die Modelle einen großen Vorteil, da die Finanzierung aufgeteilt wird. Alexandra Sausmekat, Studienautorin und Partner bei Baker Tilly Roelfs, fasst das zentrale Ergebnis der Studie wie folgt zusammen: „Genossenschaftliche Bürgerbeteiligungen an Stadtwerken stellen eine neue attraktive Möglichkeit dar, die Energiewende gemeinsam anzugehen und die Interessen aller Parteien zu vereinen“. Die Beteiligungsmodelle setzen immer bei der individuellen Lage vor Ort an und lassen sich nicht einfach übertragen. Trotzdem zeigen einige erfolgreiche Umsetzungen, dass die Modelle keine graue Theorie sind. So betont auch Sausmekat: „Erste Praxisbeispiele in Jena und Wolfhagen zeigen, dass dies kein theoretisches Konstrukt, sondern ein Erfolg versprechendes Finanzierungs- und Geschäftsmodell für alle Beteiligten sein kann“.


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