Neue Mobilität: Wie sieht die Zukunft aus?

Daniel Reissmann 22. Mai 2015 0


Des Deutschen liebstes Kind, das Auto, ist seit seiner Erfindung ein besonders wichtiger Faktor für die heimische Wirtschaft. Nicht nur die Deutschen selbst kaufen gern die eigenen Fabrikate, auch im Ausland hat die deutsche Automobilindustrie ein hohes Ansehen. Somit kurbeln die Automobilhersteller auch die hiesige Exportwirtschaft an, was für Deutschland, als eines der exportstärksten Länder der Welt, für die Bruttowertschöpfung ein wesentlicher Faktor ist. Doch wie sieht die Zukunft aus? Eines ist sicher, das Bewusstsein der Menschen gegenüber der Umwelt und dem Umgang mit dieser hat sich in den vergangene Dekaden deutlich geändert. Emissionsarme und ressourcenschonende Technologien rücken immer mehr in den Fokus. Wie gut passt sich Deutschlands Automobilwirtschaft dem an?

© Petair - Fotolia.com

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Das einzelne Produkt wird immer unbedeutender

Schon jetzt sind alternative Mobilitätstechnologien auf dem Vormarsch. Gerade für die jüngeren Generationen ist das Auto kein Statussymbol mehr, weshalb die jungen Bevölkerungsgruppen in den deutschen Großstädten immer öfter darauf verzichten. Was heute eher zieht ist das positive Image eines Produktes oder einer Dienstleistung. Bei SUVs mit einem hohen Verbrauch ist das Image eher schlecht, weshalb diese Fahrzeuge auch mehrheitlich von älteren Bevölkerungsgruppen gekauft werden. Doch künftig werden die jüngeren Gruppen immer mehr in den Fokus rücken. Was müssen die Automobilhersteller also tun um diese Zielgruppen nicht zu verlieren? Alternative Mobilitätskonzepte sind eine Lösung. Der Schwerpunkt bei diesen liegt vor allem in der Kombination verschiedener Verkehrsmittel, weswegen das einzelne Produkt zunehmend an Bedeutung verlieren wird.

Kombinierte Konzepte

Künftig könnte der Verkehr vielleicht wie folgt ablaufen. In den Städten werden vor allem Elektroautos verwendet, entweder sind diese im Privatbesitz oder können an zentralen Orten ausgeliehen werden. Damit mindert sich die Schadstoff- und Lärmbelastung in den Städten, was insbesondere bei der steigenden Tendenz hin zu sogenannten Megacities immer wichtiger wird. Öffentliche Verkehrsmittel sind auch weiterhin wichtiger Bestandteil des lokalen Verkehrs. Bei der Fernstrecke kann man entscheiden, ob man öffentliche Verkehrsmittel verwendet oder das Elektroauto inklusive Range Extender auf optimieren Strecken mit viel Lademöglichkeiten nutzt. Hier sind Schnelllademöglichkeiten notwendig, die allerdings noch in den Kinderschuhen stecken. Experten vermuten, dass die öffentlichen Verkehrsmittel für die Fernstrecke künftig vermehrt genutzt werden. Hier sollen insbesondere neuartige digitale Lösungen für Vernetzung sorgen und damit die Wartezeiten minimieren.

Zusammenarbeit verschiedenster Branchen

Industrie 4.0 und Elektromobilität sind künftig in sich greifende Bestandteile einer neuartigen Mobilität. Erst im Dezember veröffentlichte die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) den letzten Fortschrittsbericht. Zu lesen war, dass sich Deutschland zu einem Leitmarkt für neue Mobilität, insbesondere Elektromobilität, entwickelt. So haben die deutschen Automobilbauer bereits 17 verschiedene Fahrzeugmodelle auf den Markt gebracht. Zwölf weitere sollen für 2015 folgen. Insbesondere die Zusammenarbeit verschiedenster Branchen – wie Automobil, Energie, Chemie, Maschinenbau und Informations- und Kommunikationstechnologien – rückte der Bericht in den Fokus. Hier zeigt sich die immer stärker werdende Vernetzung, die in Zukunft die Mobilität bestimmen wird. Die deutschen Automobilexperten sind sich einig, dass die Revolution des Marktes auch in Deutschland bereits begonnen hat. So meinte beispielsweise Joachim Milberg, BMW-Aufsichtsratschef, in einem Interview, er rechne bis spätestens 2023 mit zehn Prozent Marktanteil von Elektroautos.


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