Miniatur-Regenerativwirtschaft: Versorgungssicherheit im Testlauf

Daniel Reissmann 1. November 2013 0


Es ist das zentrale und wohl komplizierteste Problem einer erneuerbaren Energiewirtschaft. Die Gewährleistung von Versorgungssicherheit unter den Bedingungen die fluktuierende Energieträger wie Windkraft und solare Strahlung mit sich bringen. Viele Experten befürchten daher, dass ein erneuerbares Energiesystem nur dann funktioniert, wenn zumindest in der Anfangsphase konventionelle Back-up Kapazitäten wie Gaskraftwerke bereitstehen. Darauf folgt allerdings das nächste Problem, denn wie soll man Kraftwerke die die meiste Zeit nicht am Netz sind rentabel betreiben? Optimal ist ein System, dass vollständig mittels regenerativer Quellen versorgt wird und trotzdem eine stabile Spannung und Frequenz im Stromnetz sichert. Ein Testlauf im Miniformat hat nun gezeigt, dass dies möglich wäre.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Kombikraftwerk als Testobjekt

Über das halbe Bundesgebiet verteilte Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung worden für den Test zu einem sogenannten Kombikraftwerk zusammengeschaltet. Dabei handelte es sich um zwei brandenburgische Windparks, zwölf Solaranlagen um Kassel sowie drei Biogaskraftwerke in Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Ziel des vom Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) koordinierten Test, war die Demonstration “dass Erneuerbare Energien eine stabile Frequenz und Spannung im Netz gewährleisten können”, so Projektleiter Kurt Rohrig. Um die Systemstabilität zu gewährleisten muss die europäische Netzfrequenz von 50 Hertz genau eingehalten werden. Sobald allerdings eingespeiste und nachgefragte Energie nicht mehr übereinstimmen neigt diese Frequenz zu Schwankungen. Extremresultat derartiger Schwankungen sind Blackouts. Grüne Kraftwerke haben ein besonders hohes Risikopotential, da sie permanent natürlichen Schwankungen ausgesetzt sind. Legt man die einzelnen Anlagen allerdings zu einem Kombikraftwerk zusammen, so können die Kraftwerke ihre Schwankungen gegenseitig austarieren. Besonders wichtig sind Biogaskraftwerke, da diese als einzige direkt steuerbar sind und damit Flexibilität gewährleisten. Die Wissenschaftler des IWES testeten wie schnell ihr 80 Megawatt Kombikraftwerk auf Schwankungen von vier Megawatt reagieren kann. Durch geschicktes Ausregeln der Kraftwerksleistung konnte die Frequenz gesichert werden. Zudem regierten die erneuerbaren Kraftwerke wesentlich schneller auf Abregelungen als konventionelle Kraftwerke.


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