MC-Kinsey Studie: China in Sachen E-Mobilität auf der Überholspur

Daniel Reissmann 25. Januar 2016 0


Der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge boomt. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey bestätigt dies nun erneut. So rückt China beim sogenannten Eletric Vehicle Index im Marktranking von Rang acht auf sechs. Im Industrieranking, also dem Ranking der wichtigsten Herstellerländer für E-Fahrzeuge, liegt das asiatische Land sogar auf Rang zwei. Während Deutschland im Industrieranking mit Rang drei auch verhältnismäßig gut abschneidet, liegt die Bundesrepublik beim Marktranking gerade einmal auf Rang zehn und damit sogar hinter Ländern wie Dänemark oder Portugal. Einsamer Spitzenreiter in Sachen Markt für E-Mobilität ist weiterhin Norwegen.

© Petair - Fotolia.com

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Chinas Entwicklung besonders dynamisch

Auch wenn die USA, Dänemark, Frankreich, die Niederlande und Norwegen im Marktranking noch vor China liegen, bescheinigen die Macher der Studie China eine besonders dynamische Entwicklung. „Die großzügigen Anreizprogramme der chinesischen Behörden und das ausgeweitete Produktangebot vom Kleinwagen bis zum SUV spielen hier sicher eine Rolle“, so die Einschätzung von Thomas Luk, Experte für E-Mobilität bei McKinsey. Und tatsächlich werden weltweit nirgends so viele Elektroautos verkauft wie in China. Im Jahr 2015 stieg der Absatz von Elektromobilen im Land der Mitte um etwa 135 Prozent. Damit setzte China erstmals mehr Elektrofahrzeuge ab als die USA und ist damit der neue Leitmarkt für Elektromobilität.

China fördert nur eigene Produktion

Insbesondere die gezielte Förderung von E-Fahrzeugen durch den chinesischen Staat hat das Wachstum angefacht. Die Förderung zielt dabei ausschließlich auf in China entwickelte und produzierte Fahrzeuge, was so auch die entsprechende Produktionsseite forcieren soll. Über Joint Ventures haben sich auch deutsche Unternehmen in Stellung gebracht. So arbeitet beispielsweise Daimler mit dem chinesischen Auto- und Batteriehersteller BYD zusammen. Ergebnis der Kooperation ist eine modifizierte B-Klasse, die unter dem Namen Denza vertrieben wird. Bisher setzt sich der Denza aber noch nicht gegen die Konkurrenzprodukte im chinesischen Markt durch und liegt im Absatzranking von 2015 abgeschlagen auf dem 14. Platz.

Deutschland weder Leitmarkt noch Leitanbieter

Nicht nur in China sind die deutschen Elektrofahrzeuge bisher nicht die beliebtesten. Auch weltweit ist Deutschland nicht Leitanbieter für Elektromobilität, so wie es die Bundesregierung gern hätte. Die absatzstärksten Hersteller von Elektrofahrzeugen sind der japanische Autobauer Nissan, gefolgt vom chinesischen Hersteller BYD  und dem US-Konzern Tesla. Erst auf dem fünften Rang kommt Volkswagen, dafür reiht sich noch Mitsubishi ein. Und nicht nur als Anbieter von fertigen Fahrzeugen gerät Deutschland ins Hintertreffen. Auch bei der Komponentenherstellung dominieren momentan ausländische Firmen. Allen voran China, das insbesondere die Produktion von Batteriezellen dominiert.

Prämien sollen Anreize schaffen

Die Entwicklungen in Sachen E-Mobilität sprechen momentan noch nicht wirklich für Deutschland. Deshalb will die Bundesregierung nun schnellstmöglich Prämien einführen, die den Anreiz sich ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, erhöhen sollen. Insbesondere die norwegischen Anreizmechanismen dienten für erste Entwürfe als Vorbild. Experten sind sich dennoch einig, ohne weitere Innovationen wird die E-Mobilität ewig ein Nischenprodukt bleiben. Insbesondere Reichweite, Infrastruktur und Preis müssen verbessert werden. Als Reaktion auf die Abgasskandale hat Volkswagen bereits angekündigt die Elektromobilität stärker voranzutreiben, auch mit eigener Forschung und Entwicklung.


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