Marketinggag oder ernsthaftes Interesse? Greenpeace will Vattenfalls Kohlekraftwerke übernehmen

Daniel Reissmann 6. Oktober 2015 0


Es klingt ziemlich absurd wenn man hört, dass sich ein Umweltschutzverband für die Kohlekraftwerke eines großen Energieversorgers als Kaufinteressent ins Spiel bringt. Doch Greenpeace Schweden hat wohl genau dies vor, zumindest veröffentlichte die Organisation auf ihrer Webseite einen Brief an die US-Bank Citigroup, in welchem vom Kauf der deutschen Kohlesparte des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall die Rede ist. “Wir werden mit Vattenfall ernsthaft über die Übernahme reden” beteuerte Annika Jacobson, Präsidentin von Greenpeace Schweden.

Vojtech Soukup - Fotolia.com

Vojtech Soukup – Fotolia.com

Greenpeace will Kohlekraft eindämmen

Laut Angaben von Greenpeace, will man mit dem Kauf der deutschen Kohlekraftwerke Vattenfalls das Wachstum der Kohlebranche eindämmen und verhindern, dass ein potentieller anderer Käufer neue Tagebauten öffne und die Kraftwerke noch über Jahre Emissionen abgeben. Vattenfall selbst hat sich zu den Aussagen von Greenpeace noch nicht geäußert. Als bekannt wurde, dass der schwedische Energiekonzern seine gesamte deutsche Kohlesparte verkaufen will, hieß es von Konzernseite allerdings, dass jedes ernstgemeinte Angebot willkommen sei. Das Unternehmen, welches zu hundert Prozent im Besitz des schwedischen Staates ist, wird gerade völlig umstrukturiert. Hauptgrund ist die neue schwedische Regierung aus Grünen und Sozialdemokraten, die Vattenfall zu einem grünen Versorger umgestalten will.

Weiteres Vorgehen von Greenpeace noch unklar

Bisher ist noch nicht bekannt was Greenpeace mit den Kohlemeilern nach einem möglichen Erwerb anstellen will. Es ist anzunehmen, dass insbesondere die Tagebauten für Renaturierungszwecke, etwa als künstliche Seen, genutzt werden. Was Greenpeace mit den Kraftwerken selbst anstellen möchte, ist weitgehend offen. Das damit weiterhin Kohlekraft produziert wird, wäre bei einem Erwerb durch die Umweltschützer allerdings ausgeschlossen.


Comments are closed.