Made in Germany: Erneuerbare-Energien-Technologie als Exportschlager

Daniel Reissmann 17. August 2014 0


Gerade durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Unsicherheit, die mit dem Novellierungsprozess einher ging, stellte sich die Lage der inländischen Erneuerbaren-Branche als sehr volatil und risikobehaftet dar. Viele Unternehmer zogen es daher vor, ihre inländischen Entscheidungen vorerst zeitlich nach hinten zu verlegen. Einem Bereich tat das allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil. Das Exportgeschäft deutscher Unternehmer in der Erneuerbaren-Branche boomt seit geraumer Zeit. Komponenten, Technologien und Expertise aus Deutschland sind begehrt. Laut einer aktuellen Studie beträgt der Anteil exportabhängiger Arbeitsplätze im Erneuerbaren-Sektor rund 100.000. Im Jahr 2013 betrug der Anteil der Arbeitnehmer die ihren Job dem Export zu verdanken haben 44 Prozent.

 

© il-fede - Fotolia.com

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„Ihre Exportstärke hat sich die Branche der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren hart erarbeitet“

„Ihre Exportstärke hat sich die Branche der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren hart erarbeitet“ meint der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer. „Im Ausland vertraut man auf Energiewende-Technik ‚Made in Germany‘.“, so Vohrer weiter. Exporte sind aufgrund der schwierigen Lage auf den inländischen Märkten zu einem wichtigen Absatzbereich geworden. So beispielsweise bei Biogasanlagen, hier geht der hiesige Branchenverband, der Fachverband Biogas, davon aus, dass die Exportumsätze im Vergleich zum Vorjahr in 2014 um ein Drittel ansteigen werden. Für das Inland geht der Fachverband, aufgrund der engen Gesetzeslage im Zuge des neuen EEG, allerdings von Umsatzeinbußen aus. Auch im Bereich der Windenergie gehört die deutsche Technologie zu den weltweit begehrtesten. Die Exportquote wird in diesem Bereich auf rund 67 Prozent beziffert. Auch in der gebeutelten Solarbranche gibt es einige deutsche Firmen, welche sehr exportstark sind. Dabei decken die Firmen die ganze Wertschöpfungskette sowie assoziierte Bereiche ab. So beispielsweise im Bereich Systemtechnologie- oder dienstleistungen, bis hin zur Projektierung ganzer Solarparks. Vohrer meint zu dieser Entwicklung: „Für den Umstieg auf Erneuerbare Energien benötigen wir in Deutschland weiterhin verlässliche politische Rahmenbedingungen für eine breite Palette an Erneuerbare-Energien-Technologien, denn wir können auf keine regenerative Energieform verzichten. Zudem hilft ein weiterer dynamischer Ausbau der Erneuerbaren Energien im Inland, um im Export weiter punkten zu können. Ein starkes Wachstum der Erneuerbaren in Deutschland leistet Überzeugungsarbeit für eine auch in Nachbarländern und in Übersee dringend notwendige Energiewende“. Somit ist auch der Export, nach Meinung des AEE-Geschäftsführers, wesentlichen von den inländischen Rahmenbedingungen abhängig. Das EEG hat bereits einigen Unternehmen die inländische Existenzgrundlage gekostet, sodass auf ausländische Märkte umgestiegen werden musste. Diese dienen aber lediglich als Absatzmarkt. Die Technologieentwicklung, die Erprobung und Demonstration von Innovationen ist weiterhin wesentlich von den inländischen Rahmenbedingungen abhängig.


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