Leopoldina übt harsche Kritik an der Biomasse

Sandra 20. August 2012 0


Bei der Leopoldina handelt es sich um die Deutsche Akademie der Naturforscher. Sie gehört zur Nationalen Akademie der Wissenschaften und wurde im Jahr 1952 gegründet. Aktuell zählt sie rund 1.400 Mitglieder und hat ihren Sitz im sachsen-anhaltinischen Halle.

 

Zu den Aufgaben der Leopoldina gehört auch die Beratung der Regierung. Die Akademie ist in zahlreichen internationalen Organisationen vertreten, zu denen beispielsweise die in Paris beheimatete „Académie des Sciences“ und die „National Academy of Sciences“ der Vereinigten Staaten gehören.

Jetzt nahmen die Wissenschaftler der Leopoldina die Effizienz der Biomasse als Träger für erneuerbare Energie aufs Korn. Zuerst einmal kritisierten sie, dass für den Anbau der benötigten Ausgangsstoffe für Biomasse-Kraftwerke größere Mengen an Düngemitteln benötigt werden, die den Boden mit Methan und Stickoxiden belasten. Beide gehören zur Gruppe der Treibhausgase und haben das Potential, auch das Klima nachhaltig beeinflussen zu können. So umweltverträglich wie es auf den ersten Blick aussieht, scheint die erneuerbare Energie aus Biomasse also nicht zu sein.

Doch die Experten der Leopoldina gaben noch ein anderes Problem der Biomasse zu bedenken. Die erzielbare Energieausbeute ist extrem gering. Das liegt einerseits daran, dass noch nicht alle Bestandteile der Pflanzen als Rohstoffe für erneuerbare Energie verwendet werden können. Das bringt ein Vergleich mit der Solartechnik auf den Tisch. Mit Hilfe von Photovoltaik-Technik lässt sich ein Anteil von etwa zehn Prozent der auftreffenden Sonnenstrahlung nutzen. Bei der Photosynthese der Pflanzen und der anschließenden Vergärung zur Gewinnung erneuerbarer Energien bleibt nur ein Anteil von 0,2 Prozent der aus der Sonnenstrahlung gewonnenen Energie übrig.