Leicht sinkende EEG-Umlage für 2014 prognostiziert

Daniel Reissmann 31. Mai 2014 0


Wie entwickelt sich die EEG-Umlage in Zukunft? Viele Akteure der Energiewirtschaft, allen voran der Endverbraucher, stellen sich diese Frage. Grundsätzlich ist die Entwicklung maßgeblich davon abhängig, in welcher Form der aktuelle Reformentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom Bundestag verabschiedet wird. Sollte der Entwurf ohne eine Ausweitung der Industrieprivilegien geschehen, so wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr voraussichtlich sinken. So würde die Umlage von den momentanen 6,2 Cent pro Kilowattstunde auf bestenfalls 5,8 Cent pro Kilowattstunde fallen. Abhängig ist der genaue Wert insbesondere von der Entwicklung des Preises an der Strombörse und der Entwicklung der Wind- und Solarstromproduktion im kommenden Sommer.

© Eisenhans - Fotolia.com

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Aktuelle Umlagewerte wahrscheinlich erst wieder 2016

Die Werte gehen aus dem EEG-Rechner, der kostenlos unter der Homepage des Think-Tanks Agora Energiewende erhältlich ist, hervor. Der EEG-Rechner wurde aktuell durch die Experten des Öko-Instituts an die Kabinettsbeschlüsse zur EEG-Novelle angepasst. Weshalb der Wert für das Jahr 2015 sinken wird erklären die Wissenschaftler mit dem Sonderzuschlag für 2014, mittels welchem die Prognosefehler der vergangenen Jahre korrigiert werden. Dieser Zuschlag greift erstmals 2015 und reduziert dadurch die EEG-Umlage. „Das  voraussichtliche Absinken der EEG-Umlage 2015 gilt allerdings nur, wenn im parlamentarischen Verfahren keine kostentreibenden Änderungen am EEG-Entwurf beschlossen werden. Sollten zum Beispiel die Industrieprivilegien gegenüber dem Kabinettsbeschluss ausgeweitet werden, dann kann die EEG-Umlage 2015 den Wert von 2014 auch übertreffen.“, so Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Zudem meint Graichen: „Manche Unternehmen werden in Zukunft mehr Geld für die Energiewende zahlen,  andere werden weniger zahlen. In Summe bleibt der Beitrag von Industrie und Gewerbe voraussichtlich in einer ähnlichen Größenordnung wie bisher. Das ganze System wird allerdings deutlich komplizierter und auch schwerer zu prognostizieren.“ Mit dem EEG-Rechner sind erste Prognosen allerdings möglich. So ist damit zu rechnen, dass erst 2016 oder 2017 der jetzige Umlagewert wieder erreicht wird.


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