Kurze Tage, viel erneuerbarer Strom

Daniel Reissmann 23. Dezember 2013 0


Der Zusammenhang ist denkbar einfach. Im Winter wird mehr Strom verbraucht als im Sommer. Das liegt einerseits an dem steigenden Wärmbedarf, der teils auch durch Elektrizität gedeckt wird, und andererseits an dem enorm steigenden Bedarf an Licht. Im Winter sind die Tage deutlich kürzer als im Sommer, was offensichtlich zu längeren Nächten und mehr Bedarf an Beleuchtung führt. Früher zeigte man sich äußerst skeptisch, was die Versorgungssicherheit im Winter durch erneuerbare Energien betrifft. Können die regenerativen Energieträger mit dem steigenden Bedarf an Strom und Wärme sowie den gleichzeitig sinkenden Sonnenstunden umgehen? Wie die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) aktuell berichtet, können die erneuerbaren Energien es nicht nur, sie können es von Jahr zu Jahr besser.

© jonasginter - Fotolia.com

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Kürzeste Tage des Jahres mit Leichtigkeit überstanden

Die diesjährigen kürzesten Tage am 20. und 21. Dezember haben die erneuerbaren Energien gut überstanden. Sogar so gut, dass die Anteile auf 25 Prozent zur Bruttostromerzeugung gestiegen sind. Philipp Vorher, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) sagte dazu: „Auf diese Weise tragen die erneuerbaren Energien auch in der sonnenärmsten Jahreszeit erheblich zum Klimaschutz bei. Allein Sonne und Wind konnten an den beiden kürzesten Dezembertagen 2012 mit ihrer Stromproduktion rund 256.000 Tonnen an Treibhausgasen einsparen. Keine anderen Technologien bieten im Energiesektor ähnliche Potenziale. Die vorrangig eingespeisten Erneuerbaren sind in Sachen Klimaschutz ohne Konkurrenz.“ Die Beobachtungen des AEE decken sich mit den Prognosen führender Wissenschaftler, die ein zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem für durchaus realistisch halten. So veröffentlichte das renommierte Fraunhofer ISE erst kürzlich eine Studie mit dem Titel „100 Prozent Erneuerbare Energien für Strom und Wärme in Deutschland“. Diese zeigt, dass eine vollständig auf erneuerbaren Energieträgern basierende Energiewirtschaft bis zum Jahr 2050 theoretisch möglich ist. Besondere Aufmerksamkeit erregt dabei die Szenario-Annahme, der vollständigen Versorgung der regenerativen Energieerzeugungsanlagen mit in Deutschland verfügbaren Ressourcen.


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