Kraftwerk Knappheit in Europa

admin 17. Oktober 2012 0


Die Stromengpässe während des Atomausstieges wollte die deutsche Regierung über Stromimport aus seinen Nachbarländern decken. Doch dies könnte sich als Problem erweisen. Durch die neuen europäischen Richtlinien zur Luftreinhaltung kommt es zu massenhaften sterben von alten und schmutzigen fossilen Kraftwerken. Besonders Frankreich und Polen sind davon betroffen und nach einer Berechnung des Öko-Instituts werden in den deutschen Nachbarländern bis 2020 Kraftwerke mit einer Leistung von 32 Gigawatt außer Betrieb genommen, soviel wie Spanien momentan verbraucht.

Deutschland ist im Vergleich zu Frankreich und Polen nicht von der gesetzlichen Abschaltwelle betroffen. Grund hierfür sind die seit Langem strengen Regulationen gegenüber Schadstoffwerten. Außerdem werden in den 70er-Jahre gebaute Kraftwerke bis 2020 wegen Altersschwäche schließen. Weiterhin planen die Schweiz, Belgien und Frankreich ebenfalls ihre Atomkraftwerke bis 2020 abzuschalten.

Im Ergebnis gehen in Frankreich mehr als die Hälfte der fossilen Kraftwerke vom Netz und Zusammen mit der Abschaltung des AKW Fessenheim verliert Frankreich 14 Gigawatt Leistung. In Polen gehen durch die Abschaltung acht Gigawatt verloren. Bis 2020 werden zwar neue Kraftwerke ans Netz gehen, doch schätzen europäische Netzbetreiber, dass auch der Verbrauch deutlich steigen wird.

Experten schlagen Kapazitätsmärkte als Anreiz zum Bau neuer Kraftwerke vor. Anlagen die bei Bedarf zur Verfügung stehen werden bezuschusst. Ähnliche Modelle werden bereits in Schweden, Finnland, Irland, Spanien und Portugal verwendet. Momentan wird die Debatte nur in Fachkreisen und von den Grünen angesprochen.