„Konfuse und bedenkenlose“ Umsetzung: E.on rechnet mit der Energiewende ab

Daniel Reissmann 20. Oktober 2013 0


Lange galt vor allem die Energiebranche als krisensicher. Energie wird immer gebraucht und das Monopol der vier Energieriesen wurde aufgrund der Versorgungssicherheit weitgehend toleriert. Doch die Umsetzung der Energiewende und die darauffolgenden Konsequenzen bringen nun auch die großen Energieversorger ins Schwitzen. In die Reihe der Kritiker reiht sich nun auch der Energieriese E.on ein. Der im DAX gelistete Konzern ist insbesondere in der europäischen Gas- und Elektrizitätsversorgung tätig und sieht nun seine eigenen Marktanteile und Geschäftsentwicklungspotentiale schwinden. Zentraler Grund für diese Befürchtung ist laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wennig die unüberlegte Umsetzung der bisherigen Energiewende.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Die Energiewende sei „längst auf dem Weg ein Albtraum für den Standort Deutschland zu werden“

In Düsseldorf ging Wenning mit der politischen Umsetzung der Energiewende hart ins Gericht. Seiner Meinung nach sei bisher keines der energiepolitischen Ziele erreicht wurden. Dazu führt er an, dass die Versorgungssicherheit in Gefahr sei, die Energiepreise ins unermessliche steigen und die Klimabelastung weiterhin zunehme.  Wenning meint deshalb, „Jetzt brauchen wir endlich eine Generalrevision der Energiewende, kosmetische Korrekturen reichen nicht“. Bei der von Wenning geforderten Generalrevision der Energiewende geht es auch darum, dass die Handlungsmöglichkeiten eines Konzerns wie E.on im deutschen Markt auch in Zukunft gewährleistet sind.

Beispiellose staatliche Eingriffe

Der Aufsichtsratschef von E.on behauptet weiterhin, dass der Konzern sich beispiellosen staatlichen Eingriffen ausgesetzt sehe, welche die eigene unternehmerische Freiheit stark einschränken. So zum Beispiel durch die erzwungene Abschaltung von Atomkraftwerken oder durch den enormen Ausbau von erneuerbaren Energien. E.on vertritt damit eine ähnliche Meinung wie der Branchenverband BDEW, welchem E.on auch angehört. Auch der Verband forderte bereits eine Revision des EEG und dabei vor allem der Förderhöchstsätze. Der sinkende Börsenstrompreis sorge dafür dass sich viele konventionelle Kraftwerke nicht mehr rechnen und damit in Zukunft stillgelegt werden müssen, so der BDEW. Das führe zu enormen Auswirkungen auch die regionale Wirtschaftsstruktur von ehemaligen Energieregionen wie beispielweise dem Ruhrgebiet.


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