Kein deutscher Strom soll nach Polen

admin 29. Dezember 2012 0


Die deutsche Energiewende ist nicht nur in Deutschland zu spüren. Trotz des verstärkten Ausbaus der erneuerbaren Energien gibt es überall Probleme. Eines der großen Probleme bilden die Verteilernetze in Deutschland. Durch den Mangel an innerdeutschen Stromnetzen von Nord nach Süd und durch den verstärkten Ausbau der Windenergie im Norden und Osten der Bundesrepublik, sträubt sich vor allem das Nachbarland Polen vor dem deutschen Strom. Denn der muss zwangsweise über polnische Netze in den deutschen Süden gelangen und überflutet somit die polnischen Netze.

Dies führt nicht nur zu einer Belastung des polnischen Strommarktes, sondern auch deren Netze. Aus diesem Grund hat sich der Netzbetreiber 50 Hertz aus Berlin mit seinem Kollegen PSE Operator aus Polen geeinigt, an der Grenze sogenannte Phasenverschieber aufzustellen. Mit diesen soll unerwünschter Strom aus Deutschland gestoppt werden. Bis 2016 sollen an den zwei grenznahen Trassen Phasenverschieber aufgebaut werden, für 80 Millionen Euro. Zeitweise floss Strom in Größen von 1500 Megawatt über die Grenze, soviel wie zwei Atomkraftwerke produzieren.

Der Chef der Deutschen Energieagentur (Dena) Stephan Kohler steht der Entwicklung skeptisch gegenüber, da auf diese Weise Windparks öfters abgeschaltet werden müssten. Dieses Problem sei aber auch durch die Bundesregierung zustande gekommen, welche ohne Absprache mit ihren europäischen Partnern den Atomausstieg und die Energiewende vorangetrieben habe.

Ein Sprecher der Netzagentur 50 Herz erklärt, dass man die Einigung mit dem polnischen Partner positiv sähe, da nun eine Kontrolle für den vorher unkontrollierten Strom zwischen Deutschland und Polen hätte. Zudem würde das Problem unerwünschte Windstromexporte mit der “Thüringer Strombrücke”, welche 2016 fertiggestellt sein soll, ohnehin lösen. Diese innerdeutsche Leitung soll Ostdeutschland mit Bayern verbinden.