Jobmotor Erneuerbare Energien


Im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es viele neue Jobs

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Der Ausbau erneuerbarer Energien hat sich in 2012 sowohl international als auch in Deutschland kräftig fortgesetzt. In Deutschland haben die erneuerbaren Energien mittlerweile einen Anteil von fast 23 % am Stromverbrauch. Dieser Erfolg beruht im Wesentlichen darauf, dass die Politik klare Anreize gesetzt hatte und für die Investoren in erneuerbare Energien ein zuverlässiges Investitionsklima unter stabilen politischen Rahmenbedingungen geschaffen wurde.

Wenngleich die installierten Leistungen zur Nutzung erneuerbarer Energien weltweit kräftig gestiegen sind, haben deutliche Preisrückgänge bei den meisten Technologien zu einem um 11% gesunkenen globalen Investitionsvolumen geführt. Im Jahr 2012 lagen die Investitionen in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland bei rd. 20 Mrd. Euro. Damit waren sie das zweite Mal in Folge rückläufig. Diese Abschätzung basiert auf den Mitte März von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik veröffentlichten, vorläufigen Ergebnissen für 2012. Die Nutzung erneuerbarer Energien wird aufgrund der sinkenden spezifischen Investitionskosten also im Zeitablauf immer kostengünstiger. Trotz der hohen Photovoltaikinstallationen in Deutschland, China, Italien und den USA waren die weltweiten Produktionskapazitäten für diese Technologie bei weitem nicht ausgelastet, so dass der Preisverfall für PV sich im Jahr 2012 fortgesetzt hat. Aus Verbrauchersicht sind diese Kostensenkungen nur wünschenswert, da sie beispielsweise die Umlage senken; der deutschen Photovoltaikindustrie wie auch ihren internationalen Wettbewerbern haben sie jedoch auch im Jahr 2012 deutlich zugesetzt und zu erheblichen Verwerfungen geführt. Ein Ende der Umbrüche in der PV-Industrie ist derzeit noch nicht abzusehen.

Die Beschäftigungsstruktur in der Erneuerbaren-Branche

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde in 2012 mehrfach angepasst und soll in 2013 erneut verändert werden. Die öffentliche Diskussion der erneuerbaren Energien hat sich zuletzt erheblich auf die Kostenseite konzentriert und verliert aus den Augen, dass Mittel, die für neue Anlagen verausgabt werden, auch Investitionen in eine klimaverträgliche und heimische Energiebereitstellung darstellen.

Die Abschätzung der Beschäftigungsstruktur und -entwicklung in der Branche der erneuerbaren Energien kann dabei den Blick für den Zusammenhang zwischen Politik und Marktentwicklung schärfen. In diesem Wechselspiel sind Ankündigungseffekte nicht zu unterschätzen: Die installierte PV-Leistung von 7,6 GW in Deutschland hat Installateure und Projektplaner auch im vergangenen Jahr erheblich beschäftigt und überdeckt zum Teil zumindest kurzfristig die Beschäftigungsrückgänge durch Insolvenzen und Übernahmen, die sich im Kernbereich der Produktion von Modulen und Zellen vollziehen. Mittel- und langfristig wird dies jedoch die Technologiebasis und damit auch die Exportfähigkeit der Branche beeinflussen.

Insgesamt beliefen sich die Beschäftigungen aus den Aktivitäten der Wirtschaft im Bereich erneuerbarer Energien im Jahr 2012 auf rund 370.000 Personen. Dies ist gegenüber 2011 (rd. 372.000 Personen) ein Rückgang um etwa 1 %. Nimmt man eine Zurechnung dieser Beschäftigten auf die jeweilige Nutzungsform vor, so ergibt sich, dass etwa 73 % (269.400 Personen) auf die Installation sowie die Nutzung von Anlagen zur Stromerzeugung entfallen. Etwa 21 % (76.300 Personen) können Anlagen zur Wärmeerzeugung zugeordnet werden und die restlichen 6 % der Biokraftstofferzeugung. Die seit Jahren beobachtbare Dominanz der Stromerzeugung setzt sich auch im Jahr 2012 fort.

Die Beschäftigung, die auf die Wirkung des EEG zurückgeführt werden kann, belief sich 2012 auf rd. 270.000 Personen. Auf die Windenergie entfielen davon 118.000 Beschäftigte, gefolgt von der Photovoltaik mit 90.000 und der Biomasse mit rund 60. 00. Die Beschäftigten im Bereich der Wasserkraft beliefen sich auf rund 1.700 Personen und weitere 1.200 Beschäftigte konnten der Geothermie zugeordnet werden.

Vor allem die Politik, aber auch die Verbände sollten sich die Zahlen stets vor Augen halten, wenn man davon spricht der Erneuerbaren-Sektor in Deutschland von heute auf morgen reformieren zu wollen bzw. diesen durch (radikale) Anpassungen/Kürzungen des EEG indirekt zu verändern.