Japan – Zwischen Solarenergie und Atomkraft

admin 4. Juni 2013 0


Noch nie war die energiewirtschaftliche Lage Japans so ungewiss wie in den letzten Monaten. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind die Japaner verunsichert, was ihre bisherige Energiequelle Nummer 1 angeht. Vor dem Unglück bezog Japan den größten Teil seines Stromes aus Atomkraftwerken. Diese hohe Abhängigkeit vom Atomstrom gestaltete eine Energiewende sehr schwierig.

Trotzdem setzte die japanische Regierung – mit breiter Zustimmung in der Bevölkerung – alles daran schnellstmöglich eine Energiewende einzuleiten und leitete entsprechende Fördermaßnahmen ein. So kommt es, dass Japan heute zu den am schnellsten wachsenden Solarmärkten der Welt gehört. Die Zuwachsraten an Solarenergie der letzten Monate sprechen eine deutliche Sprache. Wurden im zweiten Quartal 2012 noch kaum 450 Megawatt durch Solaranlagen produziert, vervielfachte sich diese Zahl im ersten Quartal 2013 auf immerhin gut 1700 Megawatt. Zahlreiche Branchenkenner und Analysten prognostizieren dem japanischen Solarmarkt in den nächsten Jahren eine ähnlich rasante Entwicklung. Damit könnte Japan bis 2016 zu dem drittgrößten Solarmarkt der Welt nach China und den USA aufsteigen. In dieses Bild passen auch die jüngsten Investitionen der US-Investmentbank Goldman Sachs, die rund eine halbe Milliarde US-Dollar in die japanische Energiewende investiert.

Während eine vollständige Unabhängigkeit Japans von der Atomkraft in absehbarer Zeit noch vor einem halben Jahr durchaus erreichbar aussah, stehen die Zeichen nun wieder in die entgegengesetzte Richtung. So gilt der im Dezember 2012 neu gewählte japanische Premierminister Shinzo Abe als großer Befürworter der Atomkraft. Das Tauziehen um die künftige Energieausrichtung Japans geht also weiter.


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