Japan setzt auf Kohle

Tim 30. November 2013 0


Nach der Atomkatastrophe von Fukushima, in deren Folge sämtliche Atomkraftwerke des asiatischen Landes abgeschaltet wurden, setzte Japan massiv auf Flüssiggasimporte zur Überbrückung des entstandenen Energiedefizits. Nun setzt Japan aber offenbar wieder verstärkt auf alte und CO2-emissionsreiche Energieträger – allen voran auf Kohle. Die Klimaziele des Landes hat Premierminister Shinzo Abe erst kürzlich deutlich nach oben korrigiert.

© visdia - Fotolia.com

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Als nach dem Atomunglück von Fukushima sämtliche japanischen Atomkraftwerke abgeschaltet worden waren, setzte das Land verstärkt auf den Import von Flüssiggas, bei dessen Verbrennung vergleichsweise wenige CO2-Emissionen entstehen. Wie die Nachrichten Agentur Reuters berichtet setzt Japan nun allerdings wieder verstärkt auf emissionsreiche Kohleenergie.

So sind die japanischen Flüssiggas-Importe erstmals seit 4 Jahren wieder gesunken, während der Kohleverbrauch im Oktober 2013 um rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Kohle ist im Vergleich zu Flüssiggas ein wesentlich günstigerer Energieträger. Das Klimaziel den CO2-Ausstoß des Landes bis 2020 um 25 Prozent zu senken hat Japans Premierminister Shinzo Abe kürzlich verworfen. Stattdessen sollen die CO2-Emissionen bis 2020 sogar um 3 Prozent steigen.

Diese deutliche Korrektur nach oben hat erst kürzlich auf dem Klimagipfel in Warschau zu heftiger Kritik geführt. Der japanische Kurswechsel hin zu mehr Kohleenergie dürfte diese Diskussion noch weiter anheizen, zumal sich der Anstieg des Kohleverbrauchs im Dezember noch einmal deutlich verstärken könnte. Dann gehen in Japan zwei neue Kohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 1,6 Gigawatt ans Netz.


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