Ist die Geothermie wirklich sicher?

Sandra 30. Juli 2012 0


Erneuerbare Energien werden immer im Zusammenhang mit den Stichworten sicher und umweltfreundlich angesprochen. Aber sind sie wirklich hundertprozentig sicher? Oder bergen sie auch Risiken? Fakt ist: Überall wo mit Wärme, mit hohem Druck oder mit Strom hantiert wird, kann es auch zu Pannen kommen. Die meisten von ihnen sind heute kalkulierbar.

Durch die Ausnutzung der Geothermie zur Wärme- und Stromgewinnung kann es auch zu kleineren Erdbeben kommen. Sie treten lokal eng begrenzt auf und dürften bei sachgemäßer Handhabung die Stufe 2 auf der Richterskala nicht überschreiten. Zwei solcher Beben gab es im Februar 2009 in der Gegend von München. Die Erklärung dafür war menschlichen Ursprungs. Verantwortlich waren die Förderbohrungen zur Nutzung der Geothermie als regenerative Energie.

Durch die Bohrungen und das Einpumpen von Wasser werden im Boden die Druckverhältnisse geändert. Auch die Temperaturdifferenzen, die durch das in den Boden eingebrachte kalte Wasser entstehen, spielen hier eine erhebliche Rolle. Durch die unterschiedlich schnelle Abkühlung bestimmter Bereiche eines größeren Felsmassivs bekommt es Risse. Und das löst eben auch mal ein kleineres Erdbeben aus. Oftmals werden diese Risse vom Menschen auch gezielt erzeugt, um die Effizienz einer Bohrstelle zu erhöhen. Bei den künstlichen Rissen können minimale Erschütterungen der Erdoberfläche ebenfalls nicht vermieden werden.

Doch Angst muss man vor der Geothermie deshalb nicht gleich haben. Die Auswirkungen solcher Risse können durch eine gründliche vorbereitende Untersuchung des Bodens und die Erstellung von Computermodellen ganz genau simuliert werden. Diese Fakten werden dann auch in die Entscheidung mit einbezogen, wo ein Geothermie-Kraftwerk sicher und effizient betrieben werden kann, und wo sich der Bau eines solchen nicht lohnt oder mit unverantwortbaren Gefahren verbunden wäre.