Institut der deutschen Wirtschaft warnt vor weiter steigenden Strompreisen

Daniel Reissmann 6. Dezember 2013 0


Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt in einer aktuellen Studie vor weiteren Strompreisanstiegen. So haben die Forscher ermittelt, dass ohne eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein Strompreisanstieg um 13 Prozent für die privaten Haushalte und um 19 Prozent für die Industrie in den kommenden vier Jahren Realität werden könnte. Dabei verweisen die Wissenschaftler, wie es auch in der öffentlichen Debatte oft der Fall ist, auf die steigende EEG-Umlage. Diese könnte bis 2018 auf bis zu 8,1 Cent pro Kilowattstunde steigen, falls die Politik am Grundmechanismus des EEG nichts ändert.

© Eisenhans - Fotolia.com

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Die Änderungen am EEG müssen mutig sein

Laut der IW Studie, die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft veröffentlicht wurde, reichen kleine Änderungen am EEG nicht aus um den Anstieg der Ökostromumlage zu verhindern. Laut Bundesnetzagentur ist die Umlage einer der zentralen Kostentreiber des Strompreises. Aktuell beträgt ihr Anteil am Gesamtstrompreis rund 18 Prozent, also beinahe ein Fünftel. Der vorrangige Grund für den Anstieg der Umlage ist momentan der sehr niedrige Börsenpreis. Die Umlage fängt die Differenz zwischen Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien und dem Börsenpreis ab. Umso größer diese Differenz ausfällt, desto höher ist die EEG-Umlage. Anschließend geben viele Versorger die Umlage an den Endverbraucher weiter. Die IW- Experten fordern daher grundlegende Änderungen im EEG. So meint Hubertus Bardt, Energieexperte am IW: „Kleinteilige Änderungen an der Förderung reichen nicht aus, um die Energiewende effizient zu gestalten. Ein großer Wurf für mehr Wettbewerb ist nötig, um wettbewerbsfähige Strompreise zu sichern“. Das IW repräsentiert damit auch die Haltung der deutschen Wirtschaft. Dort fordert man mehr Wettbewerb für Strom aus Wind- und Solarkraft sowie Biomasse. Nur so ließe sich eine effiziente und letztlich auch versorgungssichere Energiewende gestalten.


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