Immer mehr Unternehmen im Erneuerbare-Energien-Sektor

Daniel Reissmann 24. November 2014 0


Die Anzahl an Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind, hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdreifacht, so eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Creditreform und E-Bridge durchgeführt wurde und den Namen „Potenziale und Hemmnisse von Unternehmensgründungen im Vollzug der Energiewende“ trägt. Demnach waren im Jahr 2000 rund 26.000 Unternehmen in Deutschland in der Branche der erneuerbaren Energien tätig, 2012 waren es bereits etwa 60.000 Unternehmen, was beinahe einer Verdreifachung entspricht. Die Studie ermittelte die dynamischsten Entwicklungen insbesondere für vier Wirtschaftsbereiche im Sektor. Darunter fallen die Produktion, Verteilung und Versorgung aus erneuerbarer Energie, die Industrie und Zulieferer dieser, der Dienstleistungssektor sowie das Baugewerbe. Laut der Studie sind diese Wirtschaftsbereiche in keinem Marktsegment so gewachsen, wie in dem der erneuerbaren Energien.

© apops - Fotolia.com

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Dynamik durch Marktliberalisierung und Förderung der Erneuerbaren

Gründe für die gute Entwicklung sieht die Studie vor allem im steigenden Wettbewerb durch die Liberalisierung des Energiemarktes in den 1990er Jahren sowie durch die Förderung erneuerbarer Energien. Insbesondere die Gründungen treiben die Dynamik voran, so treten um einiges mehr Unternehmen durch Neugründungen in das Marktsegment ein als dass bereits existente Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten ändern. Im Bereich der Energieerzeugung, der Industrie und dem Dienstleistungssektor zeigt die Studie zudem, dass die Gründungen in allen Betrachtungsjahren von 2000 bis 2012 über den Schließungen lagen. Alleinig im Bauwesen gilt dies nicht für alle Jahre. Was weiterhin auffällt ist, dass die Start-Ups in der Branche bestandsfester agieren als Neugründungen in anderen Branchen. Grundsätzlich bezeichnet die Studie den Markt als jung und wachsend. Negativ zeigt sich, dass vor allem in der jüngeren Vergangenheit die Zahl der Neugründungen dramatisch eingebrochen ist. Daher, dass dies spezifisch für das Marktsegment der erneuerbaren Energien zu beobachten war, sind laut Studie entsprechende branchespezifische Ursachen dafür verantwortlich. Insbesondere die Verunsicherung der Marktbeteiligten bezüglich der Rahmenbedingungen für die Branche sehen die Autoren als mögliche Ursache. Auch wenn nunmehr die Neuregelung des EEG weitgehend abgeschlossen ist, werden die Akteure und insbesondere die Investoren auch künftig verunsichert auf den Markt blicken. Ob ein ähnlicher Gründungsboom wie Anfang der 2000er Jahre noch einmal einsetzen wird, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem bietet die Branche weiterhin viele Chancen, vor allem im Bereich von Innovationen, was auch die Studie bestätigt. So zeigen insbesondere die jungen Start-Ups der Branche ein wesentlich höheres Innovationsniveau als junge Unternehmen anderer Branchen.


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