Immer mehr Firmen wollen sich von der Ökostrom-Umlage befreien lassen

admin 13. Juli 2013 0


Die Zahl der Unternehmen, die sich 2014 von der Ökostromumlage befreien lassen wollen, hat ein neues Rekordhoch erreicht. Bereits 2367 Anträge auf Befreiung liegen der Bundesregierung vor. Insgesamt könnten deutsche Unternehmen so 5 Milliarden Euro an Stromkosten sparen. Die Einsparung geht jedoch zu Lasten der Verbraucher.

Eigentlich war die Befreiung von der Ökostrom-Umlage nur für international tätige Unternehmen gedacht, die durch die erhöhten Strompreise im internationalen Wettbewerb starke Nachteile hätten. Viele Experten sind jedoch der Auffassung, dass dieses Kriterium auf zahlreiche Firmen, die von der Umlage befreit sind, nicht zutrifft. Für 2014 liegen der Bundesregierung nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bereits 2367 neue Anträge auf eine Befreiung von der Ökostromumlage vor – ein Rekordwert. Diese Zahl könnte sogar noch weiter steigen.

Sollte ein Großteil der Anträge bewilligt werden wie es bisher gängige Praxis war, könnte der Strompreis für private Verbraucher bald noch weiter steigen. So könnten deutsche Unternehmen einer Schätzung zu Folge rund 5 Milliarden Euro an Stromkosten sparen, die dann von privaten Verbrauchern übernommen werden müssten. Mit einer Einschränkung der Privilegien könnte das Umweltministerium die Stromkosten für Verbraucher allerdings drücken. Eine Maßnahme die eigentlich im Sinne von Bundesumweltminister Peter Altmaier sein müsste, der die Kosten der Energiewende für private Haushalte verringern will.

Auch die EU hätte die Möglichkeit gegen die Befreiung von deutschen Unternehmen vorzugehen, da Brüssel die Rabatte bei Unternehmen mit hohem Energieverbrauch als Schaffung eines unzulässigen Wettbewerbsvorteils gegenüber innereuropäischen Konkurrenten ansieht. Bislang hat die EU-Kommission in diesem Bereich allerdings noch nichts unternommen.